Samstag, 01. Oktober 2022

Erstes Casino in Andorra soll Touristen ins Land locken

Skipiste mit Skifahrern in Andorra Statt auf die Skipiste sollen Touristen aus Russland und Asien in Andorra künftig ins Casino gelockt werden. (Bild: Pixabay)

In Andorra wird derzeit das erste Casino des Landes konstruiert. Es soll vor allem dazu dienen, russische und asiatische Touristen mit hoher Kaufkraft ins Land zu holen. Dies erklärte Regierungschef Xavier Espot am vergangenen Wochenende in einem Interview mit dem katalanischen Sender TV3.

Espot erklärte im Interview [Seite auf Katalanisch]:

"Wir wollen Andorra nicht in Las Vegas verwandeln. Doch das Projekt erlaubt eine Ausweitung des touristischen Angebotes und eine Anhebung des Niveaus der Besucher hinsichtlich ihrer Kaufkraft.“

Wie TV3 erläutert, habe Andorra in den vergangenen Jahren aufgehört, ein Steuerparadies zu sein. Zudem hätten die Geschäfte des Landes durch die Zunahme des Online-Handels an Attraktivität verloren. Mit dem neuen Casino soll daher vor allem das Interesse russischer Touristen geweckt werden, die bereits jetzt hier die Skipisten besuchten. Außerdem habe das Casino das asiatische Publikum im Blick, das eine hohe Affinität zum Glücksspiel habe.

Das Glücksspiel war in Andorra lange Zeit verboten, bis sich das Land für die teilweise Öffnung des Marktes entschied und die Glücksspielbehörde dem Glücksspiel-Unternehmen Jocs S.A. im Oktober 2020 die Lizenz für den Casino-Betrieb erteilte. Zuvor war dem Anbieter die Lizenz bereits mehrmals verweigert worden, da die vom Unternehmen präsentierten Casino-Pläne nicht mit den ursprünglichen Vorschlägen übereingestimmt hatten.

25 Mio. Euro Investition in den Casino-Bau

Im Januar dieses Jahres stellte Jocs S.A. sein Projekt näher vor und erklärte, das Casino werde den Namen „Unnic“ erhalten. Geplant sei ein Gebäude mit zehn Stockwerken und einer Fläche von 8.300 Quadratmetern.

Das Angebot solle sich jedoch keinesfalls auf das Glücksspiel beschränken. 80 % der Fläche sei für Restaurants, Geschäfte und anderweitige Unterhaltungsangebote vorgesehen. 20 % seien Glücksspiel-Angeboten vorbehalten.

Dem verantwortlichen Architekten Pere Espuga Sorribes zufolge handele es sich um ein „einzigartiges“ Projekt, das zugleich im Einklang mit seiner Umgebung stehe. Bei der Fassade werde es sich um ein künstlerisches Element handeln, das sich nach innen neigt und so den Eingang in eine große Veranda verwandele.

Die Spielsucht im Auge behalten

Bis das Casino voraussichtlich im Herbst dieses Jahres fertiggestellt werde, wolle jedoch auch die Regierung nicht untätig bleiben. So erklärte Andorras Finanzminister Eric Jover, dass bis dahin die notwendigen Strukturen geschaffen werden sollen, um die mit dem Glücksspiel verbundenen Risiken zu minimieren.

Die Polizei und die Glücksspielbehörden würden zugleich daran arbeiten, Geldwäsche-Problemen vorzubeugen, die im Zusammenhang mit dem Casino-Spiel auftauchen könnten.

Das Online-Glücksspiel sowie das Automatenspiel sind im Land weiterhin verboten und eine Öffnung diesbezüglich sei derzeit auch nicht vorgesehen.