Dienstag, 29. November 2022

eSports: Alle News der letzten Wochen

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eSports ist weiter auf dem Vormarsch. (Bild: zdf.de)

Im Bereich eSports hat sich einiges getan. Neben der anhaltenden Debatte in ganz Europa über die umstrittenen Lootboxen und Microzahlungen bei Computerspielen, haben auch der bis dato teuerste Spielertransfer der eSports Geschichte sowie die Erfolge weiblicher Spielerinnen für Wirbel gesorgt. Die Geschlechterungleichverteilung bei eSports scheint zu bröckeln.

Darüber hinaus bekennt sich Deutschland zu eSports und hat im Koalitionsvertrag der neuen Regierungsparteien dem digitalen Markt einen höheren Stellenwert eingeräumt als jemals zuvor. Sogar von Olympiaansprüchen ist die Rede.

Teuerster Transfer der eSports Geschichte

Für eine Ablöse von umgerechnet 1,2 Millionen Euro wechselt der chinesische eSports Profi Zhang „Lao Shuai“ Yuchen von AG Super Play zu Team GK Gaming. Er stellt damit einen neuen Ablöserekord auf. In der Vergangenheit war bereits über Angebote chinesischer eSports Teams für bekannte Starspieler in Höhe von bis zu rund 8 Millionen Euro gemutmaßt worden. Diese Zahlen wurden jedoch nie offiziell bestätigt.

Im Original Honor of Kings, in Deutschland aber unter dem Namen Arena of Valor vertrieben, wird die Paradedisziplin von Zhang Yuchen ausschließlich auf mobilen Endgeräten, sprich Handys, gespielt. Entwickler Tencent bietet Arena of Valor für iOS und Androidgeräte an.

Erste weibliche Spielerin in Overwatch League vertreten

Die südkoreanische Overwatch Spielerin Kim „Geguri“ Se-yeon ist als erste Frau von der Overwatch League unter Vertrag genommen worden. Kim Se-yeon wird für die Shanghai Dragons antreten, die aktuell auf dem letzten Platz der Ligatabelle rangieren. Bei der Overwatch League handelt es sich um die höchste Spielklasse in dem beliebten Computerspiel. Ab dem 22. Februar starten die Spiele für die Südkoreanerin unter dem Banner der Shanghai Dragons.

Erste Frau gewinnt StarCraft 2 Turnier

Sasha "Scarlett" Hostyn

Sasha „Scarlett“ Hostyn (Bild: wesg.com)

Neben Kim „Geguri“ Se-yeon hat mit Sasha „Scarlett“ Hostyn noch eine weitere Frau für Schlagzeilen gesorgt. Die Kanadierin konnte als erste Frau die Intel Extreme Masters, ein Turnier im Spiel StarCraft 2, im südkoreanischen Pyeongchang für sich entscheiden. Sie schlug dabei den zweifachen Weltmeister aus Südkorea Kim „sOs“ Yoo-jin. Der Wettkampf wurde von ESL in Zusammenarbeit mit dem Olympischen Komitee kurz vor Beginn der diesjährigen Winterspiele, bei denen der deutschen Delegation übrigens große Medaillenchancen ausgerechnet werden, veranstaltet.

Sasha Hostyn hält mit 250.000 € zudem den Rekord der höchsten Turniergewinne bei den Damen.

eSports im deutschen Koalitionsvertrag der zukünftigen Bundesregierung

Die sich anbahnende Große Koalition aus CDU und SPD hat sich in ihrem Koalitionsvertrag darauf geeinigt, eSports zu fördern und Deutschland als Standort für Digitales auszubauen. So soll eSports unter anderem als offizielle Sportart im Vereins- und Verbandsrecht anerkannt werden. Auf lange Sicht strebt die neue Bundesregierung sogar eine „olympische Perspektive“ an.

Lootbox Entscheidung für Deutschland fällt im März

Nachdem die belgische Glücksspielbehörde bereits entschieden hat, dass es sich bei Lootboxen in Computerspielen um Glücksspiel handelt und diese als Gefahr für Kinder und Jugendliche anzusehen seien, ziehen auch andere europäische Länder nach.

In Deutschland beschäftigt sich aktuell die Jugendschutzkommission der deutschen Landesmedienanstalten mit dem Thema Lootboxen. In Rahmen einer Untersuchung will die Kommission herausfinden, ob Videospiele mit gegen Geld erhältlichen Beutekisten ein Suchtpotenzial bergen und daher nicht weiter an Minderjähriger verkauft werden sollten. Neben Bußgeldern für die Spielehersteller steht auch ein komplettes Verbot der Spiele im Raum. Die Entscheidung soll diesen März fallen.

Schweden zieht nach, Österreich zögert

In Schweden hat man angekündigt, Lootboxen bis 2019 möglicherweise gesetzlich als Glücksspiel zu klassifizieren. Auf diese Weise sollen gängige Verbraucherschutzgrundsätze auch auf die Glücksspielbranche ausgeweitet werden.

In Österreich steht es hingegen nicht zur Debatte, Lootboxen zu verbieten. Das zuständige Ministerium sieht keinen Anlass, Lootboxen als Glücksspiel einzustufen.

Pay2Win birgt hohes Gefahrenpotenzial für mobile Spieler

Szene aus Computerspiel mit dem Handy

Viele Spieler nutzen ihr Handy zum Zocken (Bild: pixabay.com)

Das sogenannte „Pay2Win“-Prinzip ist die Grundlage vieler Videospiele. Dabei handelt es sich um Mechanismen, die bestimmte Gegenstände oder einen allgemeinen Fortschritt im Spiel nur gegen Entgelt freischalten oder gewähren. Wer gewinnen will, muss bei solchen Spielen tief in die Tasche greifen. Dieses Prinzip steckt auch hinter Lootboxen und hat dazu geführt, dass Behörden bestimmte Spiele als potenziell gefährlich einstufen.

Besonders bei Handyspielen, die kostenlos heruntergeladen können, stellen Pay2Win Funktionen eine wichtige Ergänzung für den Hersteller dar. App Anbieter erwirtschaften über Pay2Win Einnahmen einen beträchtlichen Teil ihres Umsatzes. Auf diese Weise verschwimmen die Grenzen zwischen Gambling und Gaming immer mehr.

Insgesamt sehen die Zukunftsaussichten für eSportler mehr als rosig aus. Politik wie auch breite Öffentlichkeit öffnen sich rund um die Welt immer mehr für die Branche und auch wenn es noch ein weiter Weg ist, so stehen die Chancen doch gut, dass eSports in den nächsten Jahren rasant an Beliebtheit, Spielern und Unterstützern gewinnt.