, 23.03.2020

Frankreichs Nationallotterie, die Française des Jeux (FDJ), hat Ende letzter Woche ihre erste Verlustprognose wegen der COVID-19-Krise bekanntgegeben.

 

Obwohl die französische Regierung für die Verkaufsstellen von Lottoprodukten keine temporäre Schließung verordnet habe und noch immer 80 % aller Verkaufsorte geöffnet hätten, werde innerhalb der nächsten Tage ein Rückgang der Käuferzahlen um 50 % erwartet.

 

Insgesamt rechne die FDJ im Bereich Lotterie mit einem Umsatzverlust von 55 Mio. Euro pro Monat, solang der derzeitige Status Quo bestehen bleibe.

 

Der nationale Sportwetten-Sektor müsse während der Corona-Krise sogar mit Einbußen von 120 Mio. Euro rechnen, welches insbesondere dem Ausfall der Erstligaspiele zugesprochen werde.

Ebenso wie die Bundesliga, Premier League oder die Seria A, befindet sich auch die französische League 1 derzeit in einer Zwangspause. Die Spieltage 29, 30 und 31 sind auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Derzeit ist eine Wiederaufnahme mit dem 32. Spieltag auf den 11. April angesetzt. Sollte die Regierung ihre aktuellen Isolations-Maßnahmen verlängern, könnte die Liga auch länger ausgesetzt bleiben.

Online-Verkäufe bleiben stabil

Aufgrund der verschärften Sicherheits- und Hygienemaßnahmen seien einige Lottoprodukte gänzlich eingestellt worden. Betroffen sei vor allem das beliebte Spiel „Amigo“ welches innerhalb von Annahmestellen auf VLT-Terminals mit Touchscreen gespielt werde.

 

Um eine Ansteckung über Touchscreens wie diesen zu vermeiden, seien alle derartigen Geräte außer Betrieb genommen worden. Für die FDJ bedeute dies einen Einnahmenverlust in Höhe von 17 Mio. Euro.

 

Zu verschmerzen sein dürfte dies unterm Strich dennoch, denn während die Verkaufszahlen an den physischen Orten zurückgingen, boome das Online-Geschäft weiterhin.

 

Die FDJ sei daher insgesamt zuversichtlich, unbeschadet aus dieser Krise emporzukommen. Stéphanie Pallez, die Leiterin der FDJ, erklärt:

Die FDJ hat sich sehr schnell organisiert, um diese nie zuvor da gewesenen Gesundheitskrise in verantwortungsvoller Weise zu konfrontieren und die Konsequenzen für die Angestellten, die Kunden, die Einzelhändler und die Aktionäre einzudämmen.

Um die eigenen finanziellen Verluste abzufangen, würden derzeit auch Ausgaben und Investitionen reduziert. Das betreffe vor allem den Bereich der Werbung. Insgesamt jedoch, so Pallez, verfüge die FDJ über genügend Rücklagen, um der Krise langfristig zu trotzen.