, 02.11.2019

Heute Abend kommt es bei der Ultimate Fighting Championship (UFC) 244 im New Yorker Madison Square Garden zum spannungsgeladenen Duell zwischen Jorge Masvidal (34) und Nate Diaz (35).

 

Offizielles Portrait von Donald Trump

Sogar Donald Trump soll heute Abend beim Kampf anwesend sein. (Quelle: Donald Trump by White House, Public Domain)

Der Kampf im Weltergewicht gehört zu den aufsehenerregendsten UFC-Begegnungen (Link auf Englisch) in diesem Jahr und soll sogar unter Anwesenheit des US-Präsidenten Donald J. Trump stattfinden.

 

Schon vor dem ersten Gong der Ringglocke hat die geplante Schlacht für viele Kontroversen gesorgt. Nach der Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels hatte die Antidopingbehörde USADA Nate Diaz in der vergangenen Woche positiv auf den leistungssteigernden Wirkstoff LGD-4033 getestet.

 

Diaz protestierte gegen die Laborergebnisse und sagte seine Teilnahme wenige Tage vor dem Kampf ab.

 

Erst der Nachweis, dass die Stoffkonzentration unter dem zulässigen Anreicherungsniveau lag, rehabilitierte den Fighter in dieser Woche. Nun wird der Rechtsausleger doch noch bei dem Wettbewerb dabei sein.

Diese vier weiteren Kämpfe stehen am Samstag auf der Main Card

Kelvin Gastelum (USA) vs. Darren Till (GB)

Stephen Thompson (USA) vs. Vicente Luque (USA)

Derrick Lewis (USA) vs. Blagoy Ivanov (BU)

Kevin Lee USA) vs. Gregor Gillespie (USA)

Ein Showbiz-Kampf im Oktagon

 

Obgleich der Kampf zwischen Nate Diaz (22 Siege, 11 Niederlagen) und Jorge Masvidal (34 Siege, 11 Niederlagen) von vielen Martial-Arts-Fans mit feuchten Händen erwartet wird, entpuppte sich die Vorbereitungsphase auf den Fight als Hollywood-Schauspiel.

 

Ein Grund dafür war sicherlich Diaz` Aussage, es handele sich bei dem Kampf nicht mehr „um professionellen Sport“, sondern das Duell um den Titel des „Baddest Motherf***er“. Medien und die UFC griffen die Punchline dankend auf und promoteten den Fight dementsprechend aggressiv. Die UFC gestaltete sogar einen inoffiziellen Gürtel mit dem markigen Motto.

 

 

Doch um den heißersehnten Weltergewichts-Kampf am Wochenende gewinnen zu können, werden harte Worte allein nicht ausreichen.

 

Diaz, der zuletzt im Sommer siegreich gegen Anthony Pettis angetreten war, hat mit Jorge Masvidal einen besonders angriffslustigen Gegner erwischt. Seitdem der Fighter des American Top Team seinen Kontrahenten Ben Askren im Juli dieses Jahres in nur 5 Sekunden K.O. geschlagen hat, hält er den Rekord für den schnellsten UFC-Sieg aller Zeiten.

 

Kampf der Straßenjungs

 

Dass der Fight zwischen Masvidal und Diaz solche Aufmerksamkeit erregt, hängt nicht zuletzt mit der sozialen Herkunft der Fighter zusammen. Masvidal ist in den Armengegenden Miamis aufgewachsen und gehörte zu der berühmten Kampfsport-Gruppe um Kimbo Slice, die Videos von Hinterhofkämpfen im Internet veröffentlichte und damit zu zweifelhaften Ruhm gelangte.

 

Diaz wuchs in den Straßen der kalifornischen Stadt Stockton auf und begann das Jiu-Jitsu-Training zusammen mit seinem Bruder Nick. Ganz freiwillig waren die Besuche in der Trainingshalle anfangs allerdings nicht, wie Diaz in einem Interview mit der UFC zugab.

 

Vor allem der Hunger habe den damals 11-Jährigen zum Training motiviert:

„Die älteren Jungs haben mir manchmal einen Burrito gekauft, wenn ich mit Nick trainiert habe. Zu Hause hatten wir nichts. Ich habe den ganzen Tag Hunger gehabt. Das war eigentlich der Hauptgrund, warum ich trainieren wollte. Und ruckzuck habe ich den blauen Gürtel getragen.“

Dieses Ergebnis prognostizieren die Buchmacher für den Kampf

 

Den Hunger, mehr erreichen zu wollen, muss Diaz heute Abend beweisen. In den Augen der Buchmacher ist nämlich Masvidal der knappe Favorit. Die Favoritenquoten zwischen 1.65 und 2.00 resultieren womöglich nicht nur aus dem Rekordsieg gegen Ben Askren, sondern aus der wesentlich ruhigeren Vorbereitungsphase, die bei Masvidal ohne Zwischenfälle verlief.

 

Dass Diaz trotz Außenseiterquoten zwischen 2.15 und 3.00 immer für eine Überraschung gut ist, sollten Sportwettenliebhaber allerdings nicht aus dem Blick verlieren.