, 12.10.2021

Am gestrigen Dienstag ist bei der World Series of Poker (WSOP) 2021 das Online-Poker-Format Flip & Go zum ersten Mal an Live-Tischen ausgetragen worden. Die Poker-Community jedoch reagierte geteilt auf das Event, bei dem DJ Alexander sein erstes goldenes Bracelet gewann.

 

Mit der Flip & Go-Live-Veranstaltung dürfte die WSOP den Trend fortsetzen, den Skill-Faktor zu verringern. Allerdings wird dieses Format in der Community recht kontrovers diskutiert, da es sich im Grunde nur für jene Spieler eignet, die über eine große Bankroll verfügen, denn es besteht die Option, sich beliebig oft einzukaufen.

 

GGPoker-Botschafter Daniel Negreanu registrierte sich insgesamt neunmal, bevor er die eigentliche Turnierphase erreichte. Der Zweitplatzierte des WSOP Main Events 2004, David Williams, kaufte sich sogar 19-mal ein, bevor er schließlich eine Hand gewann.

 

Das bedeutet, er hat 19.000 USD in das Turnier investiert. Weitere bekannte Spieler, die ihr Glück mehrmals versuchten, waren Shaun Deeb, Paul Volpe, Harry Lodge und Josh Arieh.

 

In seinem Video [Video auf Englisch] dokumentierte Daniel Negreanu seine Flip & Go-Action:

 

 

154 Bracelet-Events: Verliert die WSOP an Wert?

Allerdings wurde auch Kritik laut an dem Format. So schrieb der irische Poker Pro David Lappin [Seite auf Englisch] auf Twitter, dass reiche Spieler es auf diese Weise schafften, die Bubble-Phase eines WSOP-Turniers zu überwinden.

 

Zudem kritisierte Lappin neben der hohen Varianz des Spiels auch die Auszahlungsstruktur, denn die Mindestauszahlung betrage 2.000 USD. Der durchschnittliche Buy-in habe allerdings 8.000 USD betragen.

 

Die WSOP verliere durch solche Events an Wert, kommentierte Lappin in einem Branchen-Magazin. Diese Kritik beziehe sich auch auf die inflationäre Steigerung der zu vergebenen WSOP-Titel:

Die WSOP 2021 wird mehr „Welttitel“ als je zuvor vergeben, insgesamt 154 in Las Vegas, Rozvadov, auf WSOP.com und GGPoker. Bei Dutzenden von WSOP-Festivals zwischen 2007 und 2018 wuchs die Zahl der Bracelets, die jeden Sommer vergeben wurden, langsam, aber stetig von 55 auf 82. 2019 stieg diese Zahl auf 99, aber dieser Sprung auf 154 ist sehr groß.

Dies nehme den Glanz einer Marke, die einst mit der Elite des Spiels in Verbindung gebracht worden sei, so Lappin. Es sei nun wichtig, die richtige Balance zu finden. Poker sei ein Geschicklichkeitsspiel.

 

Wenn die Entscheidung getroffen werde, den Geschicklichkeitsfaktor zu reduzieren, etwa durch die Einführung kleiner Startstacks, unbegrenzten Wiedereintritt und kurze Blindstufen, dann schade dies dem Ruf des Pokerspiels.

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