Montag, 23. Mai 2022

Frankreichs Glücksspiel-Behörde meldet bessere Geldwäsche-Prävention der Anbieter

Geldscheine in der Waschmaschine, Geldwäsche Die französische Glücksspielaufsicht zeigt sich generell zufrieden mit den Maßnahmen der Betreiber im Kampf gegen die Geldwäsche. (Bild: Pixabay/Tumisu)

Die französische Glücksspielbehörde Autorité Nationale des Jeux (ANJ) hat die Aktionspläne der Glücksspielbetreiber hinsichtlich der Bekämpfung von Geldwäsche geprüft. Dabei habe sie festgestellt, dass die Betreiber sich an die Vorschriften halten und sogar Verbesserungen vorgenommen hätten. Dies meldete die ANJ am gestrigen Dienstag in einer Pressemitteilung [Seite auf Französisch].

Trotz der generell positiven Bilanz nannte die ANJ auch Bereiche, in denen Verbesserungen nötig seien. Dies sei unter anderem bei den Einzelhandelsstellen der staatlichen Lotto-Gesellschaft Française des Jeux und beim Pferdewetten-Anbieter Pari Mutuel Urbain notwendig.

Die am französischen Markt aktiven Glücksspielbetreiber müssen jährlich einen Aktionsplan zur Bekämpfung von Betrug, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung vorlegen. Die Aktionspläne werden in Übereinstimmung mit dem von der ANJ veröffentlichten Referenzrahmen [Seite auf Französisch] erstellt. Sie beinhalten unter anderem Berichte über die im Vorjahr eingeleiteten Maßnahmen. Zudem stellen sie Maßnahmen vor, die die Glücksspielbetreiber künftig ergreifen werden.

Bei ihrer Bewertung der Aktionspläne der Betreiber und deren Umsetzung im Jahr 2021 betonte die ANJ untere anderem Verbesserungen bei der Identifizierung von Risiken und bei deren Bewertung. Generell seien die Betreiber bereit, ausreichende personelle und materielle Ressourcen bereitzustellen, um ihren Verpflichtungen in diesem Bereich nachzukommen.

Weitere Verbesserungen habe es bei den Warnmechanismen der Betreiber und bei den Verfahren zur Erstellung von Verdachtsmeldungen gegeben.

Schwerpunkte für 2022 auf Risikoanalyse und Meldesystem gesetzt

Für dieses Jahr wolle die ANJ, dass die Glücksspielbetreiber ihre Bemühungen fortsetzen. Gefordert seien Maßnahmen in den vier Bereichen Risikoanalyse, Organisation, Verwaltung der Geschäftsbeziehungen mit den Spielern und Vertrieb im Einzelhandel.

Die Forderungen nach Verbesserungen bei den Aktionsplänen zur Bekämpfung von Betrug und Geldwäsche kommen wenige Tage, nachdem die ANJ ihren Tätigkeitsbericht zur Mediation im Jahr 2021 veröffentlichte. Zweck der Glücksspielmediation sei es, Streitigkeiten zwischen Spielern und Glücksspiel-Anbietern gütlich beizulegen. Im Jahr 2021 seien hierzu 1.734 Anfragen bei der Glücksspielbehörde eingegangen, was im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung von 57 % entspreche. Dabei sei es um Streitigkeiten hinsichtlich der Ergebnisse bei Sportwetten, der Stornierung von Wetten und um Zwist aufgrund von kommerziellen Angeboten gegangen.

Hinsichtlich der Risikoanalyse sei es unter anderem erforderlich, die Glücksspielangebote nach ihrem Grad der Gefährdung für Geldwäsche und Betrug zu unterscheiden. Bei der internen Organisation sollen die Betreiber ihre Verfahren verbessern, um eine Kontrolle der Einhaltung der Verpflichtungen des Personals zu gewährleisten.

Die Glücksspielanbieter sollen zudem:

„Im Verfahren für Verdachtsmeldungen die Möglichkeit vorsehen, dass jede Führungskraft oder jeder Angestellte, auch wenn er nicht als „Melder“ fungiert, in dringenden Fällen selbst eine Verdachtsmeldung abgeben kann.“

Die beiden Monopolisten Française des Jeux und Pari Mutuel Urbain forderte die Glücksspielbehörde auf, ihre Kontrollen an den Verkaufsstellen zu verstärken.