Freitag, 30. September 2022

GambleAware-CEO Marc Etches kündigt Rücktritt an

Junger Mann

Marc Etches, amtierender CEO der britischen Spielerschutz-Organisation GambleAware, will von seinem Posten zurücktreten. Wie GambleAware am Freitag in einer Pressemitteilung bekanntgegeben hat, werde Etches sein Amt ab März 2021 niederlegen.

Unter Etches Führung ist GambleAware [Link auf Englisch] in den vergangenen 10 Jahren zur führenden Wohltätigkeitsorganisation für die Belange von Glücksspielsüchtigen in Großbritannien avanciert. Finanziert wird die Gruppe unter anderem durch Spenden aus der Glücksspielindustrie.

GambleAware handelt unabhängig, hat jedoch eine Rahmenvereinbarung mit der UK Gambling Commission, der Glücksspielaufsicht Großbritanniens, getroffen. In deren Zuge wirkt GambleAware an der Erarbeitung einer nationalen Strategie zur Eindämmung der Risiken von Glücksspielsucht mit.

Etches zeigt sich dankbar

In einem Statement zeigte sich Etches am Freitag dankbar für die Arbeit bei GambleAware. Die Führungsrolle habe ihn mit Stolz erfüllt, so der studierte Hotel- und Freizeitmanager.

„Es war ein außerordentliches Privileg, fast ein Jahrzehnt lang als CEO zu fungieren und ich bin enorm stolz auf die Entwicklung der Wohltätigkeitsorganisation, und den Beitrag, den sie leistet, (…) um Menschen vor den Schäden durch Glücksspiel zu schützen.“

In einer neuen Ära stünden mehr Mittel für die Arbeit zur Verfügung und große Herausforderungen warteten. Nun sei es notwendig, die Person zu finden, die GambleAware in ihrer Evolution unterstütze.

Kate Lampard, Vorsitzende von GambleAware, bedankte sich bei Etches. Als CEO habe er die Position der Organisation nachhaltig gestärkt. Unter Etches Führung hatte die britische Glücksspielindustrie Spenden von bis zu 100 Millionen GBP über die nächsten vier Jahre in Aussicht gestellt.

Etches war nicht überall beliebt

Obgleich der Abschied von Etchnes intern als Verlust bezeichnet wird, war seine Rolle als einer der wichtigsten Spielerschützer des Landes nicht unumstritten.

Die Gambling Related Harm All-Party Parliamentary Group (APPG), eine parlamentarische Gruppe zur Bekämpfung von Spielsucht, hatte GambleAware im Februar kritisiert und damit auch Etches Führungsstil angegriffen.

Die Parlamentarier zogen die Unabhängigkeit von der Glücksspielbranche und die Effektivität der Strategie von GambleAware in Zweifel. Man sei „zutiefst besorgt über die Art und Weise“ der Arbeit von GambleAware, so die APPG.