, 19.03.2021

Der deutsche Glücksspiel-Mogul Paul Gauselmann hat einen persönlichen Brief an den britischen Premierminister Boris Johnson geschrieben. In dem Schreiben soll Gauselmann seine Enttäuschung und sein Bedauern darüber ausgedrückt haben, dass lizenzierte Spielhallen in Großbritannien nicht gemeinsam mit den Wettbüros am 12. April öffnen dürften.

 

Dies sei den Grundsätzen des fairen Wettbewerbs, für den Großbritannien traditionsgemäß stehe, nicht förderlich, erklärt Gauselmann. Er bat daher den britischen Premier, die Entscheidung zu überdenken, da Spielhallen kein Infektionsrisiko darstellten.

 

So heißt es in dem Brief:

Unsere Veranstaltungsorte ziehen vergleichsweise wenige Kunden an, die nicht lange bleiben. Aus diesem Grund können wir die Entscheidung nicht verstehen, mit der Wettbüros eröffnet werden können, obwohl sie die gleichen Spielautomaten betreiben. Dies bringt uns einen großen Wettbewerbsnachteil und wir befürchten einen langfristigen Verlust loyaler Kunden.

Glücksspiel-Branche wird diskriminiert

Gauselmann betont in seinem Schreiben, dass sein Unternehmen zu den größten Betreibern von Glücksspielstätten in Großbritannien gehöre. Das Unternehmen habe bisher rund 450 Mio. GBP investiert und beschäftige mehr als 2.000 Mitarbeiter.

 

Doch nun frage sich Gauselmann, ob es sich auch weiterhin lohne, wie geplant in neue Standorte zu investieren, da die Spielstätten despektierlich behandelt würden. Dies habe das Vertrauen der Gauselmann Gruppe in ihre britischen Investitionen beeinträchtigt.

Paul Gauselmann betreibt seit über 60 Jahren sein Glücksspielgeschäft. Allerdings soll es das erste Mal gewesen sein, dass sich der Glücksspiel-Magnat persönlich an einen Regierungschef gewandt hat, um politische Entscheidungen zu diskutieren.

Das Unternehmen sei dazu bereit, mit der Regierung zu kooperieren und zur wirtschaftlichen Erholung des Landes beizutragen. Die Gauselmann Gruppe sei von der Global Gambling Guidance Group [Seite auf Englisch] im Hinblick auf die Einhaltung der internationalen Standards geprüft worden. Dies biete eine starke Grundlage für Investitionspläne in Großbritannien.

 

Nun bestünden aber angesichts der politischen Entscheidung Zweifel darüber, ob sich künftige Investitionen auszahlen würden. Gauselmann erklärt, er sei sich darüber bewusst, dass die Regierung schwierige Entscheidungen treffen müsse. Es solle aber verhindert werden, dass risikoarme Unternehmen von der Wiedereröffnung ausgeschlossen würden.