, 21.07.2021

Die Gauselmann-Gruppe wird künftig die vier Spielbanken von Westspiel in Nordrhein-Westfalen betreiben. Dies gab der Glücksspielkonzern am Dienstag bekannt, ohne finanzielle Details zu nennen. Damit hat die Suche nach einem Nachfolger für die Casinos des staatlichen Anbieters in NRW ein Ende gefunden.

 

Vier Casinos und zwei Optionen

Nach Angaben von Gauselmann beinhalte der Deal die Übernahme der vier Standorte in Aachen, Bad Oeynhausen, Dortmund-Hohensyburg sowie Duisburg. Darüber hinaus erhalte der Konzern die Option, in dem Bundesland zwei weitere Spielbanken zu eröffnen.

 

In einer Erklärung begrüßte Gründer und Vorstandssprecher Paul Gauselmann das Geschäft:

Wir freuen uns sehr über diesen neuen, bedeutenden Meilenstein in unserer über 60-jährigen Unternehmensgeschichte. Mich persönlich macht es sehr stolz, gerade auch hier in Nordrhein-Westfalen, meinem Heimatbundesland, zeigen zu können, dass wir die ‘hohe Schule’ des Spiels mit und um Geld beherrschen.

Das Geschäftskonzept des Unternehmens habe sich bereits in anderen Bundesländern als äußerst erfolgreich erwiesen. Deshalb sei Gauselmann sich sicher, dass die Gruppe damit auch in NRW überzeugen werde.

 

Zugleich hob Gauselmann hervor, dass die Expertise im Casino-Betrieb den Ausschlag für die Teilnahme am Bewerbungsverfahren gegeben habe. Gründe für den Zuschlag seien das “attraktivste Angebot ” und der Nachweis nachhaltiger wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit.

 

Dieses Paket schien Westspiel und Landesregierung dermaßen überzeugt zu haben, dass der notarielle Kaufvertrag dem Glücksspielunternehmen zufolge am 20. Juli unterzeichnet worden sei.

Die Privatisierung der Spielbanken ist in NRW höchst umstritten. So warfen Oppositionspolitiker der CDU-geführten Regierung vor, das Unternehmen, das 2019 erstmals seit Jahren wieder einen Gewinn erwirtschaftet hatte, in einem intransparenten Verfahren zu verscherbeln. Dessen ungeachtet war das Bieterverfahren im Dezember vergangenen Jahres eröffnet worden. Laut Ausschreibungsunterlagen taxierten die Sachverständigen den Wert von Westspiel auf 2,7 Mrd. Euro.

Dass der Glücksspielanbieter hierzulande das Casino-Geschäft beherrsche, habe der 2013 erfolgte Einstieg ins Spielbanken-Geschäft Sachsen-Anhalts bewiesen. Obwohl die Startbedingungen “alles andere als einfach” gewesen seien, habe das Unternehmen dort neue Maßstäbe im Spielbanken-Sektor gesetzt. Deshalb sei man optimistisch, die Westspiel-Casinos in NRW ebenfalls zum Erfolg führen zu können.

 

Bevor die Übernahme erfolgen kann, müssten zuvor die Kartellbehörden dem Vorhaben zustimmen. Über den genauen Zeitpunkt des Übergangs ist noch nichts bekannt.

 

Auch ist unsicher, was mit den Westspiel-Casinos in Bremen und Bremerhaven geschieht. Dort hatte der Senat Medienberichten zufolge im Juni die rechtlichen Weichen dafür gestellt, die Spielbanken in den eigenen Besitz zu übernehmen.

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