, 09.09.2020

Unbekannte haben in der Nacht zum Mittwoch einen Geldautomaten im Foyer einer Kölner Spielhalle gesprengt. Dies gab die Polizei am frühen Morgen bekannt. Die Täter entkamen mit ihrer Beute. Der Vorfall reiht sich in eine Vielzahl von Geldautomaten-Sprengungen ein, die insbesondere Nordrhein-Westfalen seit langem beschäftigt.

 

Explosion im Spielhallen-Foyer

 

Gegen 4 Uhr in der Früh, so der Kölner Express, seien die Täter mit einem Auto bei der Spielhalle im Stadtteil Porz-Gremberghoven vorgefahren. Nachdem sie sich durch das Aufbrechen eines Seiteneingangs Zutritt zum Vorraum verschafft hätten, sei es zur Explosion gekommen.

 

In der Folge hätten drei Personen das Gebäude mit mehreren Geldkassetten fluchtartig verlassen. Zeugen, die das Geschehen aus einem benachbarten Hotel heraus beobachten konnten, hätten beschrieben, wie die Täter in einen dunklen SUV gestiegen und davongefahren seien. Die Höhe der Beute sei bislang unklar, auch über das Kennzeichen des Fahrzeugs lägen keine Informationen vor.

 

Erst am Dienstag hatten sich Täter an der Sprengung eines Automaten in Mühlheim an der Ruhr versucht, dann jedoch ohne Beute flüchten müssen.

 

Am 4. September hatte die Polizei nach einer missglückten Sprengung die direkte Nachbarschaft einer Bankfiliale in Geldern evakuieren müssen. Den Grund erklärte sie in einer Pressemitteilung:

Gegen 10:00 Uhr begannen hinzugerufene Experten des LKA Düsseldorf, den noch im Geldautomaten befindlichen Sprengstoff unschädlich zu machen. Er wurde kontrolliert und gesichert abgebrannt.

Nur zwei Tage zuvor war im Kölner Stadtteil Meschenich ein Automat gesprengt worden.

 

Lagebild zu Geldautomaten-Sprengungen

 

Zwar kommt es auch in anderen Regionen Deutschlands zur Sprengung von Geldautomaten, den Spitzenplatz belegt jedoch mit Abstand Nordrhein-Westfalen. Aufschluss über die möglichen Gründe hierfür gibt unter anderem das am vergangenen Freitag vom Bundekriminalamt (BKA) veröffentlichte Bundeslagebild zu Angriffen auf Geldautomaten 2019.

 

So sei davon auszugehen, dass es sich bei den Tätern vorwiegend um reisende Gruppierungen aus den Niederlanden handele. Im vergangenen Jahr hätten die Behörden 349 versuchte und vollendete Fälle von Sprengungen von Geldautomaten registriert, 105 davon in NRW.

Laut Polizei werden Geldautomaten meist durch Einleitung eines Gases oder Gasgemisches und dessen anschließende Zündung gesprengt. Deutlich seltener nutzten Täter Explosivstoffe, wie Pyrotechnik, Selbstlaborate oder gewerbliche Sprengstoffe.

Die Tatsache, dass die Kölner Täter einen Automaten im Vorraum einer Spielhalle zur Sprengung auswählten, könnte auch an verstärkten Sicherheitsmaßnahmen in den Räumlichkeiten der bislang vorrangig betroffenen Banken liegen. Es ist möglich, dass Spielcasinos somit künftig zu einem bevorzugten Ziel werden könnten.

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