, 19.10.2020

Australiens Behörden ermitteln nun offiziell gegen den Glücksspielkonzern Crown Resorts wegen des Verdachts der Geldwäsche. Dies hat der Casino-Betreiber am Montagmorgen in einer Erklärung gegenüber der australischen Wertpapierbörse ASX bekanntgegeben.

 

In der Börsennotiz erklärte Crown, dass das Unternehmen von der Finanzaufsicht AUSTRAC über die eingeleiteten Ermittlungen informiert worden sei. Die Behörde, zu deren Aufgaben die Untersuchung und Bekämpfung illegaler Finanztransaktionen zählen, sei am Wochenende an Crown herangetreten.

 

Crown-Casino in Melbourne im Fokus der Ermittler

Gegenüber dem Casino-Konzern habe die AUSTRAC erklärt, dass sie einer Reihe „identifizierter potenzieller Verstöße” gegen das Gesetz gegen Geldwäsche und Terrorismus-Finanzierung durch Crown nachgehe. Dabei gehe es insbesondere um das Geschäftsgebaren im Crown Casino von Melbourne.

Bereits seit Monaten müssen sich Crown Resorts und dessen hochrangige Manager in einer Untersuchung den Fragen der Glücksspielbehörde stellen. Dabei stehen neben fehlendem Spielerschutz auch der Vorwurf der Geldwäsche sowie etwaige Verbindungen zum organisierten Verbrechen im Mittelpunkt der Ermittler. Darüber hinaus soll das Management des Glücksspielanbieters finanzkräftigen Spielern aus China bei der illegalen Einreise nach Australien geholfen haben.

Auch in Melbournes Glücksspielbetrieb vermute die Behörde neben möglicher Geldwäsche eine Verletzung der Sorgfaltspflicht gegenüber Kunden. So sei in den VIP-Räumen wiederholt um hohe Geldsummen ungeklärter Herkunft gespielt worden. Die Bargeldbeträge seien dabei teilweise so hoch gewesen, dass sie den Casino-Angestellten in Plastiktüten überreicht worden seien.

 

Dies stelle einen möglichen Verstoß gegen die Lizenzbestimmungen für den Casino-Betrieb dar. In einem Statement sagte das Crown-Management den Behörden daraufhin umfassende Kooperationsbereitschaft zu.

Crown Melbourne wird auf alle Informationsanfragen zur Unterstützung der Untersuchung antworten und in Bezug auf diesen Prozess uneingeschränkt mit AUSTRAC zusammenarbeiten.

Für Crown Resorts, das Casinos in Melbourne und Perth betreibt und sich in Sydney kurz vor Eröffnung des milliardenschweren Barangaroo Casino-Resorts befindet, steht viel auf dem Spiel. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Glücksspielunternehmen Strafzahlungen in Millionenhöhe oder gar ein Entzug der Glücksspiellizenz.

 

Am Aktienmarkt reagierten die Anleger umgehend auf die Information. Kurz nach Eröffnung der Börse in Sydney sank der Kurs der Crown-Aktie um über 9 %.