, 13.02.2021

Warum hat der König in einem Kartenspiel einen höheren Wert als die Dame? Diese Frage hat sich ein 16-jähriges Mädchen aus Israel gestellt und eine Lösung für dieses „Problem der Gender-Ungleichheit“ entworfen. Maayan Segal und ihr Vater Uri Segal haben mittlerweile zwei alternative Kartendecks entworfen, die garantiert jeden berücksichtigen sollen. Damit schafften es die beiden diese Woche in die internationale Presse [Bericht auf Englisch].

 

Geschlechtergleichheit nicht inklusiv genug

Vater und Tochter gründeten ein kleines Familien-Start-Up und erschufen die Kartenspiel-Marke QueenG, eine Wortneuschöpfung aus Queen und King (Dame und König). In diesem Kartenspiel wurden zwei der vier Könige durch Damen ersetzt. Somit entstanden vier Monarchen-Karten (Symbol M) mit demselben Wert.

 

An die Stelle der Damen hingegen traten je zwei Herzoge und Herzoginnen (Symbol: D). Die Buben wurden durch Prinzen und Prinzessinnen ersetzt (Symbol P). Somit gibt es immer noch dieselbe Anzahl an Karten im Verhältnis zu ihrem Wert. Alle klassischen Kartenspiele können somit auch mit diesem Blatt weitergespielt werden.

 

Wie Maayan erklärt, habe sich das Deck zunächst gut verkauft. Dann sei sie jedoch darauf hingewiesen worden, dass ihr Entwurf noch immer nicht inklusiv genug sei. Schließlich seien alle Figuren weiß und mit denselben Gesichtszügen designt.

Ich habe gemerkt, dass es keine diversifizierte Repräsentation gab. Wie kann es sein, dass alle Figuren in einem Kartenspiel gleich aussehen? Das zeigt auch die Menschen der Welt nicht so, wie wir wirklich sind.repräsentiert nicht wie Menschen auf der Erde wirklich sind. Klar, es ist nur ein Spiel, aber es ist etwas, das Kinder täglich in den Händen halten. Spiele können uns vereinen, sie haben die Kraft, uns zusammen zu bringen.

Daher sollte eine neue Version erscheinen, die die Welt „wahrhaftig repräsentiert“. Die nun erschienen zweite Edition berücksichtigt daher verschiedene Hautfarben und Gesichtszüge.

 

So gibt es vier Monarchen-Karten mit vier verschiedenen Hauttönen und Gesichts-Merkmalen (z.B. asiatisch aussehende Augen). Dasselbe gilt für die HerzogInnen und Prinzen und Prinzessinnen.

 

Der neue Standard für Kartenspiele in aller Welt?

Maayan und ihr Vater hoffen, dass ihr Design zu einem neuen Standard für Spielkarten in der ganzen Welt heranwächst. Vor allem für Kinder seien die Vielfalt repräsentierenden Karten eine wichtige Lektion. Kindern werde damit unterbewusst vermittelt, dass alle Geschlechter und Ethnizitäten denselben Stellenwert hätten.

 

Die beiden sind nicht die einzigen, denen die traditionellen Spielkarten nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Erst vor zwei Wochen berichteten die Medien über eine 23-jährige Niederländerin, die ein neues Kartendeck kreiert hat. Auf diesem waren statt König, Dame und Bube die Metalle Gold, Silber und Bronze abgedruckt, um einen absteigenden Wert darzustellen.

 

Ob sich eine der Varianten in Zukunft auch in den Casinos der Welt durchsetzen könnte, bleibt jedoch fraglich.