, 21.11.2020

Rund die Hälfte der Beschäftigten der Glücksspiel-Branche sind weiblich. Dies geht aus dem in dieser Woche veröffentlichten Bericht der Organisation All-In Diversity Project (AiDP, Seite auf Englisch) für das Jahr 2019 hervor. Während der Frauenanteil der Branche im Vergleich zum Vorjahr insgesamt fast gleichgeblieben sei, hätte die Organisation auf den Führungsebenen jedoch einen Rückgang verzeichnet.

 

An der internationalen Studie für das Jahr 2019 hätten sich 26 Glücksspiel-Unternehmen beteiligt, darunter die britischen Unternehmen GVC Holdings, Sports Information Services SIS und International Game Technology IGT, sowie Sky Betting & Gaming aus Kanada und die schwedische Betsson Group.

 

Rückgang des Frauenanteils in den Aufsichtsräten

 

46,7 % der Beschäftigten des Glücksspiel-Sektors seien demnach weiblich. In den Vorständen der befragten Unternehmen seien Frauen mit 40,8 % vertreten. Der Anteil der weiblichen Mitglieder der Aufsichtsräte sei hingegen um 5,5 % auf 22,5 % gesunken.

 

Auch in Sachen Gehalt hätten Frauen in der Glücksspiel-Branche im vergangenen Jahr schlechter abgeschnitten als ihre männlichen Kollegen. Während im Jahr 2018 annähernd Gleichheit bei den Gehältern geherrscht habe, hätten Männer im Jahr 2019 auf fast allen Gehaltsstufen mehr verdient als Frauen. So hätten nur 12 % der weiblichen Branchenmitarbeiter im Gegensatz zu 25 % der Männer mehr als 50.000 USD verdient.

Im September hat der britische Glücksspiel-Konzern GVC Holdings, der sich an der AiDP-Studie beteiligt hat, sein Engagement für das All-In Diversity Project bekannt gegeben. Das Unternehmen engagiere sich seither als Gründungsmitglied in der von der Glücksspiel-Branche geförderten Organisation. GVC Holdings, das kürzlich die Änderung seines Namens in Entain bekanntgegeben hat, setze sich nach eigenen Angaben bereits seit Jahren für Diversität und Inklusion ein. So habe das Unternehmen den Frauenanteil in Führungspositionen im Jahr 2020 auf 40,3 % erhöhen können.

Wichtige Ressource für Diversität im Glücksspiel-Sektor

 

Das AiDP gibt zu bedenken, dass einige der Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen seien. Manche Zahlen könnten sich aus der Erweiterung der Studie im Jahr 2019 auf die „überwiegend männlichen“ Märkte in den USA und Südamerika ergeben haben.

 

Das All-in-Diversity-Projekt sei dennoch eine zentrale Ressource Unternehmen, die Diversität in ihrer Belegschaft fördern wollten, so die AiDP-Mitbegründerin Kelly Kehn:

Wir glauben, dass eine jährliche Umfrage in der Branche eine der wichtigsten Möglichkeiten ist, um weltweit echte Fortschritte zu erzielen. Wir sind allen Teilnehmern dankbar, die sich sowohl für ihren eigenen Fortschritt als auch für die allgemeine Verbesserung der Branche engagieren.

Für das Jahr 2020 erwarte das AiDP, dass die Erhebungen zur Diversität in Glücksspiel-Unternehmen durch die Corona-Krise beeinflusst würden. Derzeit arbeite die Organisation am Bericht für das aktuelle Jahr. Die Organisation lade alle interessierten Branchenangehörigen dazu ein, sich im Rahmen einer auf der Webseite der Organisation zugänglichen Umfrage zu beteiligen. Die Ergebnisse sollen im Januar 2021 veröffentlicht werden.

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