Sonntag, 22. Mai 2022

Geraint Thomas aus Wales gewinnt die Tour de France 2018

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Der Tour de France Sieger 2018 Geraint Thomas (Bild: zdf.de)

Gestern, am 29. Juli 2018, fand die Tour de France 2018 ihren fulminanten Abschluss in Paris. In der Gesamtwertung setzte sich schließlich der 32-jährige Radrennprofi Geraint Thomas aus Wales durch und holte den 1. Platz. Es ist der erste Sieg für einen Waliser in der Geschichte der Tour de France.

Auf den Plätzen zwei und drei liegen der Niederländer Tom Dumoulin und Thomas’ britischer Teamkollege Chris Froome, der bereits letztes Jahr bei der Tour der France 2017 den Gesamtsieg holte. Sowohl Geraint Thomas als auch Chris Froome fahren für das britische Team Sky.

Beim diesjährigen Rennen handelte es sich bereits um die 105. Austragung des Sportevents. Die Tour de France findet, mit einigen kriegsbedingten Unterbrechungen, bereits seit dem Jahr 1903 statt. Sie gilt als das wichtigste und prestigeträchtigste und zugleich härteste Radrennen der Welt.

Nach Frankreichs Sieg über Kroatien bei der WM 2018 feiert das Land diesen Monat bereits das zweite sportliche Großereignis.

Über 500.000 € und den ersten Tour de France Titel seiner Karriere

Für den Gesamtsieger Geraint Thomas ist mit dem Titel ein Traum in Erfüllung gegangen. Der 32-jährige Waliser hat dabei nicht nur den ersten Sieg für sein Heimatland Wales und den größten Erfolg seiner Karriere errungen, sondern sich auch eine beeindruckende Prämie von über 500.000 € gesichert. Dabei werden die 500.000 € für den Gesamtsieg durch weitere Preiszahlungen für Einzelplatzierungen in Höhe von insgesamt mehr als 42.000 € aufgewertet.

Auch die zweit- und drittplatzierten Fahrer Dumoulin und Froome erhielten sechsstellige Gewinnsummen. Mit Thomas und seinem Teamkollegen Froome auf dem 1. und 3. Platz unterstreicht Sky seine Vorherrschaft in der Radsportwelt. In den letzten sieben Jahren war der Gesamtsieger sechsmal bei Sky unter Vertrag.

Buchmacher hatten auf Froome getippt

Radprofi Chris Froome

Radprofi Chris Froome (Bild: tagesspiegel.de)

Im Vorfeld und zum Start der Tour de France hatten die Buchmacher vor allem Chris Froome an der Spitze gesehen. Dieser hatte sich zwar erst kurz zuvor von einem Dopingverdacht rehabilitieren können, lag jedoch bei den großen Sportwettenanbietern vorne.

Ebenfalls gute Chancen auf den Sieg rechneten die Experten dem Kolumbianer Nairo Quintana aus, dem ewigen Verfolger Froomes. Ebenfalls auf den vorderen Plätzen wurden Richie Porte aus Australien und Mikel Launda aus Spanien gehandelt. Dabei konnten Sportwetter nicht nur auf den Gesamtsieger setzen, sondern auch auf die Gewinner der verschiedenen Trikots und andere Ergebnisse tippen.

Deutsche Teilnehmer mit schlechtestem Ergebnis seit acht Jahren

Für die deutschen Radprofis verlief die Tour de France 2018 alles andere als planmäßig. Lediglich 2010 erzielte die deutsche Equipe mit keinem einzigen Etappensieg ein noch schlechteres Ergebnis als in diesem Jahr. Die Medien reden bereits von einem „deutschen Desaster“ bei der diesjährigen Tour.

Für Deutschland gingen 11 von insgesamt 176 Fahrern an den Start. Die beiden deutschen Teams Sunweb und Bora-Hansgrohe vereinten zusammen lediglich drei Fahrer unter ihrer Flagge. Die anderen Teilnehmern fuhren unter anderem für das Schweizer Team Katusha-Alpecin sowie für die Mannschaften LottoNL-Jumbo, Lotto-Soudal und Trek-Segafredo.

In alphabetischer Reihenfolge liest sich die Liste der deutschen Fahrer wie folgt:

Nikias Arndt, 26, Buchholz

Marcus Burghardt, 34, Zschopau

Simon Geschke, 32, Berlin

André Greipel, 35, Rostock

John Degenkolb, 29, Gera

Marcel Kittel, 30, Arnstadt

Paul Martens, 34, Rostock

Tony Martin, 33, Cottbus

Nils Politt, 24, Köln

Marcel Sieberg, 36, Castrop-Rauxel

Rick Zabel, 24, Unna

Der beste deutsche Teilnehmer ist der Berliner Simon Geschke, der als 25. der Gesamtwertung abschloss. John Degenkolb holte als einziger deutscher Fahrer einen Etappensieg und zwar die 9. Etappe in Roubaix. Beim großen Finale in Paris musste er sich knapp dem Norweger Alexander Kristoff geschlagen geben.

Eine gute Leistung wurde neben Etappensieger John Degenkolb und dem in der Gesamtwertung besten Deutschen Simon Geschke auch Nikias Arndt attestiert. Marcus Burghardt und Paul Martens sorgten dank ihrer wertvollen Unterstützungsleistungen ebenfalls für eine gute Bilanz ihrer jeweiligen Teams.

Sprinter Marcel Kittel und André Greipel bleiben hinter Erwartungen zurück

Der deutsche Profi Marcel Kittel

Der deutsche Profi Marcel Kittel (Bild: eurosport.de)

Die Enttäuschung sitzt vor allem bei den beiden deutschen Sprint-Stars Marcel Kittel und André Greipel tief. Ersterer hat in seiner Karriere bereits 14 Etappensiege auf sein Konto verbuchen können, davon alleine fünf bei der Tour de France 2017, und wurde mehrfach zum deutschen Radsportler des Jahres gekürt.

Sein Kollege André Greipel schlug sich zwar ein wenig besser in den Sprints, musste jedoch in der 175 km langen Etappe von Bourg-Saint-Maurice nach l’Alpe d’Huez schließlich auch kapitulieren. Insgesamt vier deutsche Fahrer waren den Strapazen der 12. Etappe nicht gewachsen und traten vorzeitig die Heimreise an, darunter neben André Greipel auch sein Sprintkollege Marcel Kittel sowie Erik Zabel und Marcel Sieberg. Der Zeitfahr-Experte Tony Martin war zuvor bereits aufgrund einer Wirbelfraktur nach einem Sturz in der 8. Etappe frühzeitig ausgeschieden.

Bei Rick Zabel handelt es sich übrigens um den Sohn der deutschen Radsportlegende Erik Zabel, der bei zahlreichen Tour de France Teilnahmen sechsmal das grüne Trikot erringen konnte.

Nach seinem vorzeitigen Aus sorgte André Greipel zudem für Schlagzeilen, als er Kollegen kritisierte, die sich mit Hilfe von Autos und anderen Fahrzeugen über die kräftezehrende Berg-Etappe gerettet haben sollen.

Für den mit mittlerweile 36 Jahren relativ alten Radprofi könnte sein Misserfolg bei der diesjährigen Tour sogar das Karriereende bedeuten, läuft sein Vertrag beim belgischen Rennstall Lotto-Soudal doch dieses Jahr aus.