, 24.01.2021

Bundesweit haben Polizeidirektionen in dieser Woche erneut eindringlich vor betrügerischen Glücksspiel-Anrufen gewarnt. Besonders betroffen scheint der Kreis Augsburg zu sein. Nach diversen Vorfällen an nur einem Tag sprachen die Beamten von einer „Anrufwelle“.

 

Vorkasse für den Glücksspiel-Gewinn

 

Eine 86-jährige Frau aus dem Westen Augsburgs hatte am Mittwoch eine scheinbar frohe Botschaft per Telefon erhalten. Sie habe bei einem Gewinnspiel 47.848 Euro gewonnen, so der unbekannte Anrufer. Um in den Genuss des Geldsegens zu gelangen, müsse sie jedoch zuvor Amazon-Gutscheine im Wert von 650 Euro im Supermarkt besorgen. Laut Polizeiangaben habe die Frau aufgelegt, als sie den Betrugsversuch durchschaute, und die Beamten informiert.

 

Doch nicht immer verlaufen Fälle so glimpflich. Oft geht der finanzielle Schaden in die Zehntausende. So warnte auch die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis aus NRW am Freitag in einer Pressemitteilung:

Der wichtigste Rat lautet: “Sofort auflegen!” Zu schnell lassen sich leichtgläubige Opfer um den Finger wickeln und zahlen wider besseren Wissens – oder einfach, um den nervigen Anrufer loszuwerden. Die erfahrenen Betrüger arbeiten mit allen psychologischen Tricks und wissen, wie sie mit ihren Opfern umgehen müssen. Wer an keiner Lotterie teilgenommen hat, der kann auch nichts gewinnen.

Gleich dreimal, so die Augsburger Allgemeine, habe es am Mittwoch einen 65-Jährigen aus dem Kreis Augsburg getroffen. Die Anrufer hätten sich als Vertreter einer „Auflöseorganisation“ einer staatlichen Lotterie vorgestellt.

 

Um einen bestehenden Vertrag zu beenden und somit Abbuchungen von seinem Konto vorzubeugen, müssten Daten des Mannes abgeglichen werden. Selbstredend umfassten die benötigten Informationen auch die Bankdaten des Angerufenen, die dieser selbst nennen sollte. Auch er sei jedoch dazu in der Lage gewesen, den Betrugsversuch zu erkennen.

 

Enkelkinder in Not

 

In Haunstetten im Kreis Augsburg war es die vermeintliche Nichte, der eine 76-Jährige aufgrund eines missglückten Autokaufs aushelfen sollte. Während diese Frau die Polizei alarmierte, verfing die Masche bei einem weiteren Opfer.

Noch aggressiver als die Androhung angeblicher Abbuchungen zeigen sich die unterschiedlichen Varianten des sogenannten Enkeltricks. Bei der Masche geben sich Täter klassisch als naher Verwandter des potenziellen Opfers aus und behaupten, in einer Notsituation schnelle finanzielle Hilfe zu benötigen. Weil der Anrufer selbst verhindert sei, müssten Geld oder Wertsachen einem Mittelsmann übergeben werden.

Der 70-Jährigen hatte ein angeblicher Enkel erklärt, für ein neues Auto 40.000 Euro zu benötigen. Den Hinweis, dass sie aktuell lediglich einen hohen vierstelligen Betrag im Haus habe, nahmen die Täter ebenso dankend an, wie das Geld, das ein Abholer entgegennahm. Erst später war der Frau der Betrug bewusst geworden.

 

Noch perfider gingen die Betrüger bei vier weiteren Senioren vor, denn sie gaben sich als Polizisten aus: Die Kinder der Angerufenen hätten schwere Verkehrsunfälle verursacht, weswegen sie sich nun in Haft befänden. Um sie aus dem Gefängnis zu holen, sollten die Eltern Geld zahlen. Alle Angerufenen meldeten die Betrugsversuche bei der Polizei.

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