, 24.09.2018

In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau äußerte sich Löwen Entertainment Chef Ralf Schäfer-Roye am Wochenende zur Kritik an seinem Unternehmen sowie zu den Zukunftsängsten seiner Mitarbeiter. Mit den bevorstehenden Neuregelungen von Spielautomaten muss sich das Unternehmen rechtzeitig anpassen.

 

Löwen Entertainment verteidigt legales Glücksspiel

Die legale Glücksspielbranche in Deutschland wurde insbesondere in den letzten paar Jahren mit vielen Fragen und Kritiken konfrontiert. Diesen stellte sich nun der Geschäftsführer von Löwen Entertainment in einem Interview mit der Tageszeitung Frankfurter Rundschau.

 

Das Thema Spielsucht war dabei ein zentraler Punkt, denn genau dafür werden die Hersteller von Glücksspielgeräten immer wieder kritisiert. Löwen Entertainment Chef Schäfer-Roye sieht jedoch ganz besonders im legalen Glücksspiel den Lösungs- und Präventionsansatz.

 

Als Unternehmen arbeite man in einem legalen und regulierten Raum. Spielerschutz sei ein wichtiger Teil der Unternehmenspolitik, weshalb Löwen zusammen mit Kunden die „Gesellschaft für Spielerschutz und Prävention“ (GSP) gegründet habe.

Das Team der GSP besteht aus 16 Präventionsberatern, welche direkt vor Ort zur Verfügung stehen, um über die Gefahren von Spielsucht aufzuklären und denjenigen Hilfe anzubieten, die ihr Spielverhalten bereits als problematisch einstufen. Die Mitarbeiter stammen dabei aus den professionellen Bereichen Sozialarbeit, Pädagogik und Psychologie. Wer die Hilfe der GSP in Anspruch nehmen möchte, kann das Team in Kliniken, Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen antreffen.

Schäfer-Roye wies darauf hin, dass Spielsucht ein sehr komplexes Thema sei und die Schuld daran keineswegs unmittelbar den Herstellern von Glücksspielprodukten zuzuschreiben sei.

 

Die Produkte selbst seien nicht gefährlich, denn das eigentliche Problem liege bei dem krankhaften Verhalten, wenn Menschen ihre persönlichen Probleme mit potentiellen Suchtmitteln überschatten wollten. Dies könne dann zur Entwicklung von Krankheiten wie Alkoholismus und Spielsucht führen.

 

Schäfer-Roye betonte, dass man als Unternehmen aber eben nicht für die „200.000 Menschen, die ein Problem mit dem Spiel haben“ produziere, sondern für die zahlenmäßig weit überlegenen normalen Durchschnittsspieler, die in ihrer Freizeit schlicht Spaß am Spiel haben.

 

Unkontrolliertes Online Glücksspiel als wahres Problem

Die Diskrepanz zwischen der Regulierung von landbasierten Spielhallen und der von Online Casinos ist nach wie vor riesig. Die Abwanderung von Kunden in Internet Casinos ist für viele Spielotheken ein immer größer werdendes Problem.

 

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Online Glücksspiel oft nicht reguliert (Bildquelle: flickr)

Auch bei Löwen Entertainment beobachtet man diesen Trend und steht ihm kritisch gegenüber. Laut Schäfer-Roye sei es sehr wichtig, „für diesen Graubereich Regeln einzuführen“. Das Unternehmen habe prinzipiell nichts gegen angemessene Regulierungen, jedoch sollten diese für alle gelten, nicht nur für die legalen landbasierten Anbieter.

 

Zwar lobte er des Weiteren die Maßnahmen der Politik, mit passenden Regulierungen für sichereres Spielverhalten zu sorgen, doch fordert er eine klare Grenze. Zu viele Einschränkungen würden die offline Angebote weniger attraktiv machen und genau dadurch die Abwanderung auf den unregulierten Onlinemarkt fördern.

 

Somit würde das Gegenteil dessen erreicht, was die Regeln bezwecken sollten: ein sicheres und faires Spielerlebnis in einem regulierten Raum zu schaffen.

 

Neue Regelungen für Spielautomaten ab November

Der Staatsvertrag zum Glücksspielwesen in Deutschland ist immer wieder ein Thema in der Politik und wurde trotz seiner geplanten Gültigkeitsdauer bis 2021 bereits mehrmals ausgeweitet oder korrigiert.

 

Im November dieses Jahres steht das Inkrafttreten der nächsten großen Änderung bevor. Für landbasierte Spielautomaten wurden neue Regelungen aufgestellt, die von allen Herstellern landesweit eingehalten werden müssen.

 

Während man bisher bis zu 500 Euro pro Stunde an einem Spielautomaten gewinnen konnte, wird der Betrag nun auf 400 Euro heruntergeregelt. Aber auch der Maximalverlust sinkt um ein Viertel von 80 auf 60 Euro.

 

Slot Machines Spielautomaten

Slot Machines werden modernisiert (Bildquelle: Pixabay)

Nach drei Stunden sollen sich die Automaten fortan abschalten und auf null zurücksetzen. Bis dahin erzielte Gewinne werden ausgezahlt. Bisher gab es nur eine fünfminütige Pause nach einer Stunde Spielzeit.

 

Die wichtigste Änderung jedoch ist, dass jeder Spieler nur noch über einen Pin-Code Zugriff zu den Automaten erhält. Dieser soll verhindern, dass ein Spieler gleichzeitig an mehreren Geräten spielt. Den Code bekommt man beim Betreten der Spielhalle.

 

Löwen Entertainment Mitarbeiter besorgt

Der Löwen Entertainment Vorsitzende sprach im Interview auch von den Ängsten seiner Mitarbeiter. Jede neue Einschränkung von Seiten der Politik sei ein potentielles Risiko für die vielen Arbeitsplätze.

 

Zwar plane das Unternehmen keinen Stellenabbau, äußerte sich jedoch besorgt zu dem Thema:

Es kommt auf den nächsten Glücksspielstaatsvertrag an. So wie es aber derzeit aussieht, droht uns der nächste harte Einschnitt. Zukunftsangst schwingt bei den Kollegen immer mit.

In weitsichtiger Vorbereitung auf die kommenden Neuregelungen produzierte das Unternehmen schon seit mehreren Jahren modernisierte Automaten vor. Somit seien daher in vielen Fällen nur kleine Umbauten nötig. Gleichzeitig konnte man dadurch neue Kunden gewinnen, deren bisherige Zulieferer nicht rechtzeitig modernisieren konnten.

 

Spielautomatenhersteller Löwen Entertainment ist aber bei weitem nicht das einzige Unternehmen mit Zukunftssorgen und Umbaustress.

 

Die Baindter Firma Kling Automaten, die zahlreiche Spielhallen im Kreis Ravensburg betreibt, sieht wegen der neuen Regelungen große Probleme auf sich zukommen. Aufgrund der neuen Regeln zum Mindestabstand würden beispielsweise einige der Spielotheken schließen müssen.

 

Aber auch die Funktionsweise der Spielautomaten selbst wird zum Problem. Geschäftsführer Jürgen Kling äußerte sich im Interview mit der Schwäbischen Zeitung dazu:

Wir sind jetzt dran, alle unsere Spielautomaten nach diesen Richtlinien umzurüsten. Allerdings könnte es sein, dass die meisten dieser Automaten ab Juli 2021 gar nicht mehr betrieben werden dürfen.

Immer mehr Spielhallenbetreiber und Automatenhersteller in der Bundesrepublik äußern sich kritisch zu den vielen Einschränkungen und Regelungen. Vom Tisch ist das Thema in der Politik noch lange nicht und die Zukunft für zahlreiche Mitarbeiter der Branche ungewiss.

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