, 02.10.2021

Ein im Jahre 2019 vom Ministerium für Gesundheit und Soziales in Auftrag gegebener Bericht der englischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) hat am Donnerstag die erste Evidenzprüfung zu glücksspielbedingten Schäden in England veröffentlicht. Die wirtschaftliche Belastung durch Glücksspiel soll sich allein in England jedes Jahr auf mindestens 1,27 Mrd. GBP belaufen, so die Studie [Seite auf Englisch].

 

Die Analyse der glücksspielbezogenen Schäden und deren Kosten für die Allgemeinheit reichten von finanziellen Problemen wie Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit und Insolvenz über familiäre Probleme bis hin zum Suizid.

 

Die Überprüfung habe zudem gezeigt, dass Menschen, die von Glücksspielschäden bedroht seien, sich in Gebieten mit höherer sozialer Benachteiligung wie dem Norden Englands konzentrierten.

Zusammenhang zwischen höherem Alkoholkonsum und Spielsucht

 

Die Überprüfung habe einen klaren Zusammenhang zwischen einem höheren Alkoholkonsum und schädlichem Glücksspiel gezeigt. Nur 35,4 % der Nichttrinker nähmen an Glücksspielen teil.

 

Im Vergleich dazu hätten 74,4 % derjenigen, die mehr Alkohol konsumierten, auch verstärkt Glücksspielprobleme. Auch Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen habe sich als Risikofaktor für nachfolgendes schädliches Glücksspiel erwiesen.

Geschlecht und psychische Probleme als stärkste Indikatoren für glücksspielbedingte Schäden

Die Überprüfung habe ergeben, dass das Geschlecht und psychische Probleme die stärksten Indikatoren für glücksspielbedingte Schäden seien. So hätten Männer 4,2-mal häufiger als Frauen mit erhöhtem Schadensrisiko gespielt.

 

Menschen mit psychischen Problemen hätten doppelt so häufig an schädlichem Glücksspiel teilgenommen wie Menschen ohne psychische Probleme. Diejenigen, die angegeben hätten, an einer psychischen Erkrankung zu leiden, seien 2,4-mal häufiger Spieler, die spielbedingte Schäden erlitten.

Die Folgen der Spielsucht betreffen nicht nur den Spieler

 

Die Ergebnisse der Studie deuteten darauf hin, dass schädliches Glücksspiel als Problem für die öffentliche Gesundheit betrachtet werden müsse. Diese Schäden beträfen nicht nur die einzelne Person, sondern auch ihre Familien, Partner, Kollegen und das gesellschaftliche Umfeld.

Spielsucht an mehreren Fronten bekämpfen

Auf die Erkenntnisse, die durch die Studie gesammelt worden seien, müssten sich die Ansätze der Prävention, Frühintervention und Behandlung konzentrieren. Rosanna O’Connor, Direktorin der Abteilung für Alkohol, Drogen, Tabak und Justiz beim PHE, sagte:

Beim Glücksspiel steht so viel mehr auf dem Spiel, als nur Geld zu verlieren – von den Folgen für die psychische Gesundheit bis hin zu den Auswirkungen auf die Menschen im Umfeld des Spielers.

Schäden durch Glücksspiel seien ein Problem der öffentlichen Gesundheit. Daher müssten sie an mehreren Fronten bekämpft werden, wobei der Schwerpunkt darauf gelegt werden sollte, das Auftreten dieser Schäden zu verhindern.

 

Zudem müssten leicht zugängliche Hilfe für diejenigen geschaffen werden, die direkt und indirekt von den weitreichenden und lang anhaltenden negativen Auswirkungen des Glücksspiels betroffen seien.

 

Ein Konzept der öffentlichen Gesundheit mit regierungsübergreifender Unterstützung und angemessener Finanzierung sei daher unerlässlich, um schädliches Glücksspiel und alle negativen Folgen, die in dieser Studie worden seien, zu reduzieren, ergänzte Jim McManus, Vizepräsident der Association of Directors of Public Health.

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