Dienstag, 17. Mai 2022

Neue Glücksspiel-Studie: 200.000 australische Kinder elterlichem Problemspiel ausgesetzt

Kind, Junge, traurig Forscher aus Australien weisen auf die Gefahren des elterlichen Problemspiels für Kinder hin. (Symbolbild: Pixabay)

Problematisches Glücksspiel der Eltern wirkt sich auch auf die Kinder aus. Rund 200.000 von ihnen sind in Australien dem riskanten Spielverhalten durch mindestens ein Elternteil ausgesetzt. Dies hat eine aktuelle Glücksspiel-Studie der Australian National University (ANU) ergeben.

Wie die ANU am heutigen Montag berichtet, handele es sich um die erste Untersuchung, die die Anzahl von Kindern in ganz Australien aufzeige, die von elterlichem riskantem Spielverhalten betroffen seien. Der Hauptautorin der Studie Dr. Aino Suomi zufolge hätten im vergangenen Jahr 10 % der Eltern riskantes Glücksspiel betrieben.

Erhöhte Gefahr der Vernachlässigung bei Spielsucht

Spielsucht sei per se schon ein großes Problem für die öffentliche Gesundheit, doch die damit verbundenen Schäden reichten viel weiter. Suomi erklärte:

„Kinder sind am stärksten von diesen Schäden betroffen, die auch psychischen Stress und negative Auswirkungen auf die familiären Beziehungen zur Folge haben können. Das elterliche Glücksspiel wird auch mit Problemen des Kindeswohls in Verbindung gebracht, zum Beispiel mit Vernachlässigung, schlechter Ernährung und Gewalt in der Familie.“

Obwohl die negativen Auswirkungen des riskanten Spielverhaltens der Eltern auf die Kinder bekannt seien, gebe es den Forschern der ANU zufolge nur wenige Untersuchungen zum Ausmaß der Problematik. Die nun erhobenen Daten würden allerdings zeigen, dass insgesamt 60.000 Kinder dem besonders risikoreichen Spielverhalten der Eltern ausgesetzt seien.

Studien zu familiären Faktoren, die die Entstehung von Spielsucht beeinflussen können, gehen davon aus, dass Wahrscheinlichkeit steigt, regelmäßig am Glücksspiel teilzunehmen, wenn dies auch bei den Eltern der Fall ist. Dies belegt beispielsweise die vom Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalens in Auftrag gegebene Studie zum „Konsum von Glücksspielen bei Kindern und Jugendlichen“ aus dem Jahr 2014. Sie zeigte, dass das Spielsucht-Risiko um den Faktor 4 stieg, wenn mindestens ein Elternteil an Glücksspielen teilnahm.

Mit dem elterlichen Glücksspiel auf niedrigerem Risikoniveau sei sogar nahezu eine halbe Million Kinder konfrontiert gewesen. Damit sei insgesamt davon auszugehen, dass 13,6 % der Kinder in Australien betroffen seien.

Die Forscher fordern daher, dass das öffentliche Gesundheitswesen seine Ansätze für das Wohlergehen von Kindern in Familien mit problematischem Spielverhalten verstärken müsse.