, 30.03.2020

Die Corona-Krise hat Italien weiterhin fest im Griff. Um die wirtschaftlichen Folgen einzudämmen, hat Regierungschef Giuseppe Conte Mitte März ein 25 Mrd. Euro schweres Rettungspaket geschnürt. Hiervon profitieren nun auch Glücksspielunternehmen, die vorübergehend von Steuerzahlungen befreit werden sollen.

 

Erste Finanzspritze für Italiens Wirtschaft

 

Das 25 Mrd. Euro hohe Rettungspaket, das nur den Anfang der Finanzhilfen für Italiens Unternehmen bilden soll, soll unter anderem die Gehaltszahlungen sichern, der Rückzahlung von Hypotheken dienen und es Firmen ermöglichen, ihre gewerblichen Mieten weiter zu zahlen.

Italien ist das in Europa derzeit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land. An der durch das Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19 sind in Italien bisher 10.779 Menschen gestorben (Stand: 30.03.2020). Anfang der zweiten Märzwoche hatte Premierminister Conte Italien zur Sperrzone erklärt, derzeit ist eine Verlängerung der Ausgangssperre bis mindestens zum 18. April im Gespräch.

Vom Rettungspaket profitieren vor allem Gesundheits- und Rettungsdienste. Zu den vorgesehenen Maßnahmen der italienischen Regierung gehört jedoch auch, die Steuerabgaben für „gefährdete Sektoren“ vorübergehend auszusetzen.

 

Glücksspielunternehmen können die Zahlung von Steuern und Sozialabgaben aussetzen

 

Dies schließt Unternehmen ein, die im Bereich Tourismus und Unterhaltung tätig sind, darunter Reisebüros, Restaurants, Bars, Diskotheken, Konzerthallen und Nachtclubs. Zudem werden Italiens Bingo-Hallen, Lotterie-Geschäfte und Wettbüros zu diesen Sektoren gerechnet, denn auch sie haben ihre Pforten schließen müssen und es ist momentan nicht absehbar, wann sie wieder öffnen dürfen.

 

Auf Antrag können diese Glücksspielunternehmen daher derzeit ihre Steuern aussetzen. Nach derzeitigem Stand werden die Steuern dann erst wieder im Mai erhoben. Zudem können sie die Zahlung von Sozialbeiträgen und Pflicht-Versicherungsbeiträgen aussetzen und Wettbüros und Bingo-Hallen haben eine Lizenzverlängerung von sechs Monaten erhalten.

 

Die bereits verabschiedeten Maßnahmen seien, so erklärte Conte in der vergangenen Woche, nur ein erster Schritt, den die Regierung zur Rettung der Wirtschaft des Landes unternehme:

„Wir sind uns bewusst, dass die bisher durchgeführte Intervention, so wichtig sie auch sein mag, nicht ausreichend ist.“

Deshalb arbeite man an der Bereitstellung weiterer Mittel. Diese hängen jedoch entscheidend davon ab, ob die anderen europäischen Länder sich hinsichtlich der von Italien, Frankreich und Spanien geforderten Unterstützung erweichen lassen und auf die umstrittenen Corona-Bonds einigen werden.