Montag, 03. Oktober 2022

Glücksspiel-Verband EGBA begrüßt Fortschritte beim „Digital Services Act“

EU-Flagge Richterhammer braunes Pult Der Digital Services Act soll den Verbraucherschutz auch im Online-Glücksspiel erhöhen (Bild: Shutterstock)

Das Gesetz über Digitale Dienste (auch: Digital Services Act; DSA) hat eine weitere Hürde genommen. Nachdem das Europaparlament am Donnerstag grundsätzlich für das Gesetz stimmte, beginnen nun die Verhandlungen zwischen dem Parlament, der EU-Kommission und dem Europäischen Rat über die Details. Der europäische Glücksspiel-Verband EGBA begrüßt den Fortschritt.

Wie der Verband in seiner jüngsten Pressemitteilung erklärt, enthalte der DSA einige Punkte, die das Internet auch speziell für Glücksspieler zu einem sichereren Raum machen sollen. Illegale Inhalte jedweder Art sollen künftig schneller und effizienter bekämpft werden.

Für besonders wichtig erachte die EGBA das künftige Verbot von gezielter Werbung für Minderjährige. Kinder und Jugendliche könnten somit besser vor schädlichen Inhalten, insbesondere auch Glücksspiel-Werbung geschützt werden.

Aktuell gebe es diesbezüglich zwar in allen Mitgliedsstaaten Regelungen, aber der DSA weite diese aus und vereinheitliche sie erstmals. Der Generaldirektor der EGBA, Maarten Haijer, kommentiert:

Im Online-Glücksspiel-Sektor gibt es bereits ein Totalverbot von Werbung für Minderjährige in allen Mitgliedsstaaten. Wir begrüßen dennoch den Vorschlag der Vereinheitlichung eines Verbotes, die Daten Minderjähriger zu Werbezwecken zu nutzen und die Schutzmechanismen auf andere Sektoren auszuweiten.“

Der Verband habe ein derartiges Werbeverbot zudem selbst bereits in seinem 2020 veröffentlichten Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Online-Glücksspiel-Werbung ausgesprochen. Alle Mitglieder der EGBA hätten diesen unterzeichnen müssen.

Schutz der Branche durch „Trusted Flaggers“

Weiterhin begrüße die EGBA die Einführung sogenannter „Trusted Flaggers“. So sehe der DSA vor, dass sich bestimmte Verbände und Institutionen um diesen „Titel“ bewerben können, um innerhalb der eigenen Branche neue Überwachungsfunktionen zu übernehmen.

Die EGBA plane, ihrerseits zu einem Trusted Flagger zu werden, um den Online-Glücksspiel-Sektor zu überwachen. Melde ein Trusted Flagger Inhalte, die verboten oder risikobehaftet seien, werde die Meldung mit Priorität geprüft.

Zudem solle durch die Bevorzugung der Trusted Flaggers verhindert werden, dass Inhalte fälschlicherweise als illegal gemeldet und entfernt würden.

Auch europäischer Lotto-Verband reagiert positiv

Ebenso wie die EGBA hat auch der europäische Lotterien-Verband European Lotteries (EL) positiv auf die Abstimmung im Parlament reagiert. In seinem jüngsten Statement schreibt der Verband:

Die EL-Mitglieder glauben fest an ein hohes Maß an Verbraucherschutz und engagieren sich voll und ganz im Kampf gegen illegale Online-Glücksspiele. Der DSA sieht einige neue Regelungen vor, die dazu dienlich sein könnten. EL hofft, dass diese seinen Mitgliedern zur Verfügung stehen werden, insbesondere die verbesserten Melde-und-Handlungs-Mechanismen, das Konzept der Trusted Flaggers, der verbesserte Verbraucherschutz und die Know-Your-Business-Customer-Vorgaben.“

Der Verband wolle die weiteren Fortschritte des DSA beobachten und sich im Interesse seiner Mitglieder in die Diskussion aktiv einbringen, sofern dieses angemessen erscheine.

Sollten die Verhandlungen zwischen den großen EU-Institutionen reibungslos weiterlaufen, könnte der DSA nach aktuellem Zeitplan bereits 2023 in Kraft treten.