, 04.05.2020

Die dänische Glücksspielaufsicht Spillemyndigheden und ihr niederländisches Äquivalent Kansspelautoriteit (KSA) mahnen Bürger aktuell zur Vorsicht gegenüber Bingo-Events, die im Angesicht der Corona-Krise entweder online oder als Drive-In-Veranstaltung organisiert werden.

 

Beide Behörden meldeten Ende letzter Woche in voneinander unabhängigen Pressemeldungen, dass ein starker Anstieg sogenannter „Quarantäne-Bingos“ verzeichnet worden sei.

 

Spillemyndigheden [Seite auf Englisch] und KSA erinnern daher daran, dass es sich hierbei um illegales Glücksspiel handelt, wenn keine offizielle Glücksspiellizenz für die Spiele vorliegt.

 

Morten Niels Jakobsen, der Leiter der dänischen Glücksspielaufsicht, erklärt, dass Bingo in den Augen vieler das ideale soziale Glücksspiel darstelle, da die Leute auf Wegen zusammenkommen könnten, die den Regeln zur Einhaltung von Hygiene und Mindestabständen nicht widersprächen.

Wir können natürlich verstehen, dass in diesen besonderen Zeiten ein großes Bedürfnis danach besteht, die Menschen über vergnügliches Entertainment wie Bingo-Spiele zusammenzubringen, denn das Spiel lässt sich einfach an die aktuellen Abstandsvorgaben anpassen. Allerdings unterliegen Bingo-Spiele, bei denen Geld eingezahlt werden muss, um teilzunehmen und einen Preis zu gewinnen, dem Gesetz zur Glücksspiellizenzierung.

Handle es sich um eine Bingo-Veranstaltung, deren Einnahmen für wohltätige Zwecke verwendet werden sollten, gelte ebenfalls der entsprechende Paragraph des Glücksspielgesetzes. Auch hier bedürfe es einer Lizenz, sobald die Teilnehmer echtes Geld einzahlen.

 

Bingo idealistischer Natur akzeptabel

Ähnlich positioniert sich auch die Kansspelautoriteit. In der Pressemeldung heißt es, dass die Behörde „kulant“ gegenüber Bingo-Veranstaltungen sei, die organisiert würden, um den Menschen während der Corona-Krise eine sichere Form des sozialen Entertainments zu bieten, ohne auf den eigenen Profit abzuzielen.

 

Allerdings betont die KSA, dass jedwedes Bingo-Event, welches kommerzieller Natur sei und die aktuelle Situation „ausnutze“, strikt verboten sei. Die KSA nennt dabei einige konkrete Eigenschaften, durch die ein Bingo-Event zum illegalen Glücksspiel wird:

 

  • Der Zweck des Bingo-Spiels ist der finanzielle Gewinn seitens der Organisatoren.
  • Um teilzunehmen bedarf es einer Einzahlung von echtem Geld.
  • Minderjährige können am Event teilnehmen.
  • Unter den Organisatoren befinden sich Minderjährige.
  • Der Veranstalter ist in der Vergangenheit wegen illegaler Glücksspiel-Aktivitäten, Geldwäsche oder Betrug belangt worden.

 

Die KSA mahnt daher zur äußersten Vorsicht, wenn für die Teilnahme an einem Glücksspiel wie Bingo eine Einzahlung gefordert wird. Auch sei bei Angeboten, die „unrealistisch gut“ erschienen, das Betrugsrisiko oft sehr hoch.

 

Grundsätzlich bedürfe nach wie vor jedes Glücksspiel der entsprechenden Lizenzierung durch die Behörde.