Montag, 03. Oktober 2022

EGBA veröffentlicht Anti-Geld­wäsche-Richt­linien für euro­päische Online-Glücks­spiel-Anbieter

Geldscheine Wäscheleine Die EGBA sieht Geldwäsche als ernste Bedrohung für das Online-Glücksspiel (Bild: Pixabay)

Die illegale Geldwäsche wird weltweit zu den größten Gefahren für die Seriosität des Online-Glücksspiels gezählt. Der Glücksspiel-Verband European Gaming and Betting Association (EGBA) hat nun Richtlinien veröffentlicht, um die Bemühungen der europäischen Online-Anbieter bei der Bekämpfung der Geldwäsche zu stärken. Die EGBA stellte die Anti-Geldwäsche Leitlinien [Seite auf Englisch] am Dienstag vor.

Verbesserte Anti-Geldwäsche-Standards

Die EGBA-Leitlinien zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung enthalten eine Reihe von Standards, die Anbieter von Online-Glücksspiel in der EU anwenden sollten. Ziel sei nach Ansicht des Verbands, bereits bestehenden Anti-Geldwäsche-Maßnahmen zu ergänzen und zu stärken. Darüber hinaus seien die Vorgaben im Hinblick auf entsprechende Vorschriften der EU entwickelt worden, die demnächst umgesetzt würden.

Die Anti-Geldwäsche-Leitlinien der EGBA erhalten Vorgaben zu folgenden Bereichen:

  • Durchführung von Kunden- und Geschäftsrisikobewertungen
  • Einhaltung der Sorgfaltspflicht gegenüber Kunden und Verbesserung der bestehenden Prozesse
  • Anforderungen an die Meldung verdächtiger Transaktionen
  • Die Beziehung zwischen Anti-Geldwäsche und sicherem Glücksspiel
  • Anforderungen an die Aufbewahrung von Unterlagen

Bei den nun publizierten Leitlinien handele es sich nur um eine vorläufige Version. Um sicherzustellen, dass die neuesten Handlungsanweisungen in das Regelwerk einfließen, bitte die EGBA ihre Mitglieder bis Mitte Oktober 2022 um Rückmeldungen. Diese sollten dann in den endgültigen Leitfaden einfließen, der von der EGBA zu einem späteren Termin veröffentlicht werde.

Berichtspflicht für Glücksspiel-Anbieter

Um sicherzustellen, dass die Leitlinien ihren Zweck erfüllen, verpflichtet die EGBA ihre Mitglieder zur Vorlage jährlicher Statusberichte. In diesen sollen die Online-Anbieter ihre Fortschritte bei der Umsetzung der Leitlinien zusammenfassen. Damit diese stets den neuesten Verfahrensweisen der Branche entsprechen, könnten sie in Zukunft angepasst oder geändert werden.

Dr. Ekaterina Hartmann, EGBA-Direktorin für Rechts- und Regulierungsfragen, erklärte.

Wir freuen uns, die ersten paneuropäischen Industriestandards zur Geldwäsche-Bekämpfung für den europäischen Online-Glücksspiel-Sektor vorzustellen. Zu verhindern, dass Online-Glücksspiele zum Verstecken von Erträgen aus Straftaten genutzt werden, ist eine wichtige Aufgabe für die Glücksspiel-Betreiber in Europa, aber derzeit gibt es nur sehr wenige branchenspezifische Leitlinien, die den Betreibern bei ihren Bemühungen um die Einhaltung der Vorschriften helfen.

Der Verband hoffe, dass die Leitlinien diese Lücke schließen und eine solide Grundlage für die Glücksspiel-Branche schaffen werden, um höchstmögliche Standards bei der Einhaltung der Geldwäsche-Bestimmungen zu erreichen.

Zugleich lud die EGBA weitere Online-Glücksspiel-Unternehmen, die nicht Mitglied des Verbands sind, ein, sich ihrer Initiative für eine bessere Bekämpfung der Geldwäsche anzuschließen. Die kommenden Jahre werden zeigen, inwieweit die Leitlinien dabei helfen, die Kriminalität in diesem Bereich zurückzudrängen.