Mittwoch, 18. Mai 2022

Britischer Glücks­spiel­verband warnt vor gesetzlichen Ein­schränkungen bei Pferde­wetten

Pferderennen Jockeys Beim Grand National geht es um 1 Mio. GBP (Bild: Flickr/Paul, CC BY 2.0)

Das 174. Grand National, der Höhepunkt der britischen Pferderennsaison, findet am kommenden Samstag auf dem traditionsreichen Aintree Racecourse bei Liverpool statt. Anlässlich des Events hat der Glücksspielverband Betting and Gaming Council (BGC) vor Einschränkungen bei Pferdewetten [Seite auf Englisch] gewarnt.

Auslöser des Appells ist die Sorge der Buchmacher, dass die Regierung bei der Neufassung des Glücksspielgesetzes Regeln festsetzen könnte, die aus Sicht des BGC die Überlebensfähigkeit des Pferdesports ernsthaft gefährden. Laut Verband zählen dazu insbesondere mögliche Bonitätsprüfungen. Auch ein Verbot von Promo-Aktionen trage dazu bei, das Wetterlebnis der Spieler erheblich zu schmälern.

Wirtschaftsfaktor Grand National

Anlässlich das Grand National-Rennens wies der BGC auf die wirtschaftliche Bedeutung des Pferderennens für die Branche hin. Die Buchmacher gehen davon aus, dass etwa 13 Millionen Briten Sportwetten im Wert von 250 Mio. GBP auf das Event abschließen werden.

Damit vereine das Rennen rund 2,5 % der jährlichen Umsätze bei britischen Pferdewetten. Zudem steuere das Grand National 3 Mio. GBP zu den Steuereinnahmen und weitere 2 Mio. GBP an Abgaben für den Pferdesport bei.

Beim mit 1 Mio. GBP dotierten Grand National gibt es in diesem Jahr keinen eindeutigen Favoriten. Diese Rolle teilen sich Delta Work (8,0), Any Second Now (10,0) und Escaria Ten (12,0). Vorjahressieger Minella Times hingegen rangiert aus Sicht der Pferdewetten-Anbieter mit 16,0 lediglich im Mittelfeld. Am Samstagnachmittag wird sich dann entscheiden, welches Pferd das prestigeträchtige Rennen gewinnt.

Von dem hohen Wettaufkommen profitierten insbesondere die terrestrischen Wettbüros. Der Verband rechne damit, dass auf diese rund die Hälfte des Wettvolumens entfalle. So könnten je Shop durchschnittlich 1.000 Wetten abgegeben werden.

Darüber hinaus habe der Pferdesport eine Bedeutung für die Gesellschaft. Verbandschef Michael Dugher erklärte im Hinblick auf das Grand National:

An diesem Wochenende werden Millionen von Menschen aus allen Gesellschaftsschichten zusammenkommen, um auf das Grand National zu wetten.

Bei diesem beliebten Sportevent würden die Fans ihre Wetten platzierten und ihre Favoriten im Kreis von Familie und Freunden anfeuern. Das Grand National sei nicht nur in Großbritannien eine Ikone des Sports. Weltweit schauten schätzungsweise 500 Millionen Zuschauern in 140 Ländern das Rennen.

Trotz seiner Popularität ist das Grand National sehr umstritten. Tierschützer beklagen seit Jahren die harten Bedingungen für die Pferde. Immer wieder kommt es dort zu schweren Stürzen und Verletzungen. In Folge starben seit dem Jahr 2000 insgesamt 12 Pferde. Obwohl der Veranstalter reagierte und die Hürden niedriger gestaltete, laufen Tierschützer noch immer Sturm gegen die Austragung des Traditionsrennens.

Vor Ort bekämen die Fans erstmals seit drei Jahren wieder Gelegenheit, die Rennen live in Aintree zu verfolgen. Nachdem das Rennen im Jahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, fand die Veranstaltung im letzten Jahr vor leeren Tribünen statt.