, August 9, 2019

Der nordirische Golfer Rory McIlroy äußerte sich in dieser Woche besorgt über die Legalisierung von Sportwetten in den USA. Im „Rory & Carson“ Golf-Podcast kritisierte der vierfache Major-Sieger, dass Sportwetten zu einer negativen Beeinflussung des Golfsports führen könnten.

 

Die größte Gefahr, so McIlroy, seien Störer, die die Profis während eines Turniers vorsätzlich ablenken könnten, um eine Wette zu gewinnen:

„Und ich denke, das wird eines der großen Dinge für den Golfsport und die Legalisierung von Sportwetten in diesem Land sein. Was passieren wird, ist, dass man mehr von diesen Störaktionen sehen wird, weil es diejenigen geben wird, die gegen dich gewettet haben und gegen den Spieler, mit dem du spielst. Egal, ob es sich um Fantasy-Golf oder nur um Sportwetten handelt, sie werden versuchen, das Ergebnis zu beeinflussen, weil sie damit möglicherweise Geld verdienen oder verlieren werden.“

Hintergrund der Äußerungen war eine Diskussion über das Verhalten von Golf-Fans während des WGC-FedEx St. Jude Invitational in Memphis, Tennessee. Bei dem Turnier ließ Golfprofi Ian Poulter einen Fan am 18. Loch des Platzes verweisen, da dieser wiederholt versucht hatte, den Briten mit Zwischenrufen zu stören.

 

Ein heikler Zeitpunkt für Kritik

 

Die Aussagen des nordirischen Top-Golfers sind besonders vor dem Hintergrund der Partnerschaft zwischen der Professional Golfers` Association of America (PGA) und dem Fantasy-Sports- und Wettanbieter DraftKings brisant.

 

Die US-Profi-Tour und der Buchmacher nahmen die Zusammenarbeit im Juli 2019 auf. Im Zuge des mehrjährigen Deals soll DraftKings die Daten der PGA nutzen und Live-Features von Turnieren auf seiner Online-Plattform anbieten dürfen.

Golf- und Seitwetten sind kein Novum

Obgleich zur Zeit der potenziell negative Einfluss von Wetten auf den Golfsport diskutiert wird, erfreuen sich Golfwetten in den USA schon seit Jahren großer Beliebtheit. Am populärsten sind Wetten auf die Ergebnisse der US-Masters, der US-Open und den Ryder Cup.

 

Doch auch auf dem Platz selbst wird gewettet. Seitwetten wie das „Skins Game“, bei dem jedem Loch ein bestimmter Geldwert zugeordnet wird, den der Spieler mit den wenigsten Schlägen gewinnt, sind auf Golfplätzen keine Seltenheit.

 

Einer der berühmtesten Golfwetten-Fans der USA ist Basketball-Legende Michael Jordan (Link auf Englisch. Gerüchten zufolge soll der Kultbasketballer bei privaten Golfwetten über eine Millionen US-Dollar verloren haben.

Den Deal ermöglichte eine Änderung der PGA-Werberichtlinien, die Anzeigen für Alkohol- und Glücksspielmarken noch bis zum Februar 2019 verbot. Kritiker bemängelten, dass die Legalisierung der Werbung zu einer Zunahme von Golfwetten führe und damit sozialschädliches Spielverhalten begünstige.

 

McIlroy und die Störer

 

Dass McIlroy den Zusammenhang von Störungen und Spielmanipulationen derart kritisiert, zeigt, dass die Golfikone der wachsenden Popularität der Sportwetten äußerst kritisch gegenüberzustehen scheint.

 

In der Vergangenheit reagierte der dreifache European Tour Golfer of the Year nämlich wesentlich humorvoller auf Störungen. Während des offiziellen Trainings zum Ryder Cup 2016 kritisierte ein Golf-Fan lautstark McIlroys Putting-Technik, was den Nordiren kurzerhand dazu bewog, den Fan auf das Grün zu holen und für sich putten zu lassen.

 

 

Das Team bot dem Störer zusätzlich 100 US-Dollar, sollte er den Ball beim ersten Putt versänken. Gesagt, getan: Der mit legeren Jeans und Slippern bekleidete Fan schnappte sich den Golfschläger und lochte den Ball ein. Gewettet hatte der Mann darauf vermutlich nicht.

 

Wird die PGA handeln?

 

Selbst nach der Legalisierung von Golfwetten in vielen US-Bundesstaaten beharrt die PGA auf ein starkes Regelwerk, das die Integrität des Golfsports schützen soll. So ist Mitarbeitern, Spielern und Funktionären offiziell verboten, sich an Golfwetten zu beteiligen.

 

Unklar bleibt allerdings, ob die Vereinigung härter gegen bewusste Störer vorgehen wird, die die Turniere manipulieren wollen.

 

Nach den Zwischenrufen gegen Golfprofi Ian Poulter äußerte sich die Organisation nur vage zu dem Thema. Der Großteil der Fans sei „enthusiastisch und respektvoll.“ Trotzdem wolle man fortlaufend daran arbeiten, die Veranstaltungen und die Zuschauererfahrung zu verbessern.

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