, November 6, 2019

Zehn der größten Wettanbieter Großbritanniens, darunter GVC, Flutter Entertainment und William Hill, haben heute ein Maßnahmenpaket angekündigt, das auf eine sicherere Gestaltung des Glücksspiels abzielt. Die Zusagen folgen kurz nach einem Bericht von Parlamentariern, der Höchsteinsätze für Online Casinos befürwortet.

 

Die Geschäftsführer führender britischer Glücksspielunternehmen haben ein gemeinsames Maßnahmenpaket (Safer Gambling Commitment) vorgelegt, das 22 neue Maßnahmen für mehr Sicherheit beim Glücksspiel umfassen soll. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Spitzen von Aspers, bet365, Caesars, Flutter Entertainment, Genting, GVC, Playtech, Rank Group, Sky Betting & Gaming und William Hill.

 

Das Safer Gambling Commitment diene vorrangig fünf Kernzielen. Zu diesen gehörten die Verhinderung des Glücksspiels bei Minderjährigen und der Schutz junger Menschen sowie die Erhöhung der Unterstützung für die Behandlung der Glücksspielsucht. Zudem wolle man die bestehenden Werberichtlinien erweitern, Verbraucher schützen und eine Kultur des sicheren Glückspiels fördern.

 

Vierjähriges Programm zur Aufklärung von jungen Menschen

 

Eine der ersten Maßnahmen sei der Start eines nationalen vierjährigen Programmes zur Aufklärung junger Menschen über die mit dem Glücksspiel verbundenen Risiken.

Die Zusagen der Wettanbieter folgen auf einen Bericht der britischen Glücksspielkommission [Seite auf Englisch], der im Oktober veröffentlicht wurde. Dieser hatte ergeben, dass im Vergleich zum Vorjahr zwar weniger junge Menschen am Glücksspiel teilnähmen, aber dennoch rund 55.000 Minderjährige als Spieler mit problematischem Spielverhalten eingestuft werden müssten. Insgesamt träfe dies auf 1,7 Prozent der 11- bis 16-Jährigen zu. Dieses Ergebnis unterscheide sich laut Glücksspielkommission nicht von den Einschätzungen des Vorjahres.

Das Aufklärungsprogramm werde von den Wohltätigkeitsorganisationen GamCare und YGAM durchgeführt. Diese arbeiteten mit jungen Menschen, ihren Eltern, Familien und Fachkräften der Jugendarbeit zusammen, um das Bewusstsein für die mit dem Glücksspiel verbundenen Risiken zu schärfen. Die Verpflichtungen sehen auch die Entwicklung neuer Verhaltenskodizes fürs Direkt- und Affiliate-Marketing sowie für Sponsoring-Aktivitäten vor.

 

Neuer Industrieverband geht an den Start

 

Das Safer Gambling Commitment fällt mit dem heutigen Start des Betting and Gaming Council (BGC) zusammen, der die Remote Gambling Association (RGA) und die Association of British Bookmakers (ABB) ersetzt. Der von Brigid Simmonds geleitete Industrieverband übernimmt die Betreiber, die vorher von der RGA und der ABB vertreten wurden. Er wird rund 90 Prozent der Unternehmen am britischen Wett- und Glücksspielmarkt vertreten, wobei Mitglieder verpflichtet werden, sich an einen neuen Verhaltenskodex des BGC zu halten.

 

Zu den Zusagen der Glücksspielunternehmen äußerte sich Simmonds wie folgt:

„Der Betting and Gaming Council begrüßt diese Zusagen der Geschäftsführer. Das ist ein wichtiger Schritt zur Verhinderung des Glücksspiels unter Minderjährigen und zur Bekämpfung von Schäden. Wir werden als Sektor zusammenarbeiten und eine Kultur des sicheren Spielens schaffen, indem wir die Kompetenz von Fachleuten erhöhen, die jungen Menschen erziehen, und indem wir die Unterstützung für Behandlung, Stärkung und Erweiterung der Praxisrichtlinien erhöhen und die Verbraucher stärken.“

Doch nicht nur die Glücksspielbranche reagiert auf die zunehmenden Forderungen nach einem sicheren Glücksspiel. Auch die Finanzbranche kündigt neue Maßnahmen an.

 

Banken könnten Zahlungslimits für das Glücksspiel einführen

 

Einzahlungslimits für Online Casinos gehören zu den Hauptforderungen, die die parteiübergreifende Abgeordnetengruppe am Montag in ihrem Bericht formulierte. Diese könnten von Seiten der Banken bald umgesetzt werden.

HSBC UK, Bank, Finanzinstitut

Ein Tweet von HSBC UK deutet darauf hin, dass es von Seiten der Banken bald Zahlungslimits fürs Glücksspiel geben könnte. (Bild: Flickr/Insider Monkey)

Hierauf deutet eine Nachricht hin, die die britische Bank HSBC am Montag auf Twitter veröffentlichte.

 

Tony Franklin, der selbst insgesamt 1 Mio. Pfund Sterling beim Glücksspiel verlor und daraufhin die Gruppe GamblingHurts gründete, fragte in einer Reihe von Tweets bei mehreren Finanzinstituten, darunter Barclays, Lloyds und HSBC, an welches von ihnen wohl als erstes Zahlungslimits für Glücksspieltransaktionen einführen werde.

 

Er stelle sich ähnliche Beschränkungen vor, wie es sie an Geldautomaten gebe. So könne ein Standard-Konto eine Zahlungsgrenze von 300 Pfund Sterling pro Tag für Glücksspielangebote erhalten, während für Premium-Accounts 1000 Pfund Sterling pro Tag vorstellbar seien.

 

HSBC UK antworte hierauf, dass die Beschränkung solcher Transaktionen bereits geplant und schon für November beziehungsweise Dezember vorgesehen sei.

 

Nähere Angaben machte die Bank hierzu nicht. Dementsprechend bleibt abzuwarten, ob offizielle Erklärungen folgen und ob sich weitere Finanzinstitute für ähnliche Maßnahmen entscheiden.

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