, May 3, 2019

Am Donnerstag fanden Razzien in zwei Pokerclubs in Houston im US-Bundesstaat Texas statt. Die Behörden durchsuchten sowohl den Prime Social Club als auch den Post Oak Pokerclub. Den Betreibern der Einrichtungen, die gestern vor einem örtlichen Gericht erscheinen mussten, wird Geldwäsche und illegales Glücksspiel vorgeworfen.

 

Skyline Houston

Die Durchsuchungen fanden in Houston statt. (Quelle: Wikipedia)

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt neun Personen, mit den beiden Pokerclubs zwischen 2017 und 2019 insgesamt mehr als 10 Millionen US-Dollar (ca. 8,8 Millionen Euro) verdient zu haben. Die Gewinne aus dem illegalen Glücksspiel seien im Anschluss bar auf diverse Bankkonten eingezahlt worden.

 

Den Verantwortlichen sei man durch verdeckte Ermittlungen auf die Schliche gekommen. Polizeibeamte besuchten die Clubs und posierten als Kunden, die gegen eine Mitgliedergebühr, eine Spielgebühr und eine Einlassgebühr an den Pokerrunden teilnehmen durften.

 

Die Strafverfolgungsbehörden, die bereits seit über zwei Jahren gegen die Betreiber ermittelten, vermuten, dass die Pokerclubs auch Anziehungspunkte für Verbrechen in der Region gewesen sein könnten. Dazu sagte Celena Vinson von der Staatsanwaltschaft in Harris County:

„Pokerräume ziehen andere Formen von Gewalt und Kriminalität an, die der Gesellschaft und selbst den Individuen schaden, die außerhalb des Gesetzes agieren.“

Überraschende Aussagen, schließlich operierten allein in Houston bis 2018 neun Pokerräume ohne unmittelbares Eingreifen der Ermittler.

 

Ein legales Geschäft?

 

Ob die Behörden mit ihrer Anklage wegen unerlaubten Glücksspiels tatsächlich Erfolg haben werden, dürfte fraglich sein. Zwar ist das Betreiben eines unlizenzierten Glücksspieletablisments im Lone Star State per Gesetz verboten, doch müssen gewisse Anforderungen erfüllt sein, um einen Betrieb überhaupt als Glücksspieleinrichtung qualifizieren zu können.

 

Dazu gehört unter anderem, dass die Betreiber unmittelbar von den Spielen profitieren. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der Pokerclub einen Hausanteil von jedem gespielten Pot entnimmt.

Das Glücksspielgesetz von Texas

 

Das Glücksspielgesetz von Texas ist vergleichsweise strikt. So sind lediglich Wetten auf Hunderennen und Pferderennen unter Einschränkungen möglich. Einen Glücksspielbetrieb zu betreiben, ist nicht erlaubt. Ausnahmegenehmigungen können einzig für die Reservate amerikanischer Ureinwohner erteilt werden.

 

Auch Glücksspielveranstaltungen für einen guten Zweck sind ausnahmsweise legal. Das Bewerben von Glücksspiel, das Übertragen von Informationen zum Abschluss einer Wette und Online-Glücksspiel werden per Staatsgesetz verboten.

Im Fall der in Houston durchsuchten Pokerclubs scheint dies allerdings nicht zugetroffen zu haben. Vielmehr organisierten die privaten Clubs lediglich die Räumlichkeiten und die Spiele für die Clubmitglieder, die Beiträge an sie abführten.

 

Auf diese Weise existierten die Pokerclubs in Texas in einer Art juristischer Grauzone, die schon seit Jahren von Politikern und Staatsanwälten kritisch beäugt wurde. Sollten die Behörden nun flächendeckend gegen die Pokerclubs in Texas vorgehen, könnte ein Abwandern der Spieler in den Untergrund drohen.

 

Nicht die ersten Durchsuchungen in texanischen Pokerclubs

 

Betrachtet man das historische Hollywood-Image des schießwütigen Texaners, der seine Abendstunden im Salon bei einer Partie Poker verbringt, so scheint davon im echten Texas nur noch wenig übrig zu sein. Denn Polizei und Staatsanwaltschaft gehen schon seit Jahren immer härter gegen die Pokerclubs vor, die in ihrer Unternehmensstruktur eher einem Verein ähneln.

 

Texas Flagge

Texas sanktioniert Glücksspiel stärker als andere US-Bundesstaaten. (Quelle: Wikipedia)

So berichtete das Forth Worth Star-Telegram (Link auf Englisch) schon im Jahre 2017 über den Boom der Pokerclubs in Texas, die sich allerdings immer wieder mit rechtlichen Querelen hätten herumärgern müssen.

 

So seien Einrichtungen in Dallas und Plano Gegenstand polizeilicher Ermittlungen geworden, die in einigen Fällen sogar die Schließungen der Pokerräume nach sich gezogen hätten.

 

Das texanische Glücksspielgesetz ließe Raum für Interpretation und begünstige dadurch die Rechtsunsicherheit. Diese werde auch durch die unterschiedliche Bewertung der Pokerclubs in den texanischen Ortsparlamenten gefördert.

 

Kaum absehbare Folgen

 

Sollten die Strafverfolgungsbehörden in der Tat einen Rundumschlag gegen die texanischen Pokerclubs planen, wären die Folgen kaum absehbar.

 

Spieler könnten dazu verleitet werden, auf illegale Angebote zurückzugreifen, und dadurch Opfer von Anschlussdelikten wie Diebstahl und Raub werden.

 

Auch der rechtliche Status der Spieler könnte zur Diskussion stehen. Sie werden derzeit nicht strafrechtlich verfolgt, wenn sie in den Pokerclubs zocken.