, March 6, 2019

Der britische Glücksspielkonzern GVC Holdings hat gestern seine Geschäftszahlen für das Jahr 2018 veröffentlicht und kann ein sehr starkes Online-Wachstum nachweisen. Damit wird es dem Unternehmen nach eigenen Angaben gelingen, den Veränderungen am britischen Markt standzuhalten.

 

Insgesamt konnte GVC Holdings das Jahr 2018 mit einem Gewinn von rund 3,6 Milliarden Pfund Sterling abschließen. Damit hat sich die Gewinnbilanz im Vergleich zum Jahr 2017, das mit einem Gewinn von 3,3, Milliarden Pfund abgeschlossen worden war, um neun Prozent verbessert. Verantwortlich sei dafür laut Geschäftsführer Kenneth Alexander auch die Übernahme von Ladbrokes Coral:

„Das Jahr 2018 war für die Unternehmensgruppe von vielen Umwälzungen geprägt. Der Abschluss der Übernahme von Ladbrokes Coral im März hat die Gruppe zum weltweit größten Online-Sportwetten- und Glücksspielbetreiber gemacht. Eine ausgezeichnete operative Umsetzung, ein effektives Marketing und eine gute Fußballweltmeisterschaft haben sowohl der alten GVC-Gruppe als auch der neu erworbenen Ladbrokes Coral- Gruppe geholfen, alle Erwartungen zu übertreffen.“

Sinkende Einnahmen im britischen Einzelhandel

 

Im März 2018 hatte GVC Holdings den Sportwetten- und Glücksspielanbieter Ladbrokes Coral und mit ihm 3.500 Wettbüros in Großbritannien erworben. Der Abschluss der Übernahme fiel jedoch genau mit der Forderung der britischen Regierung zusammen, die Maximaleinsätze an FOBT-Terminals von 100 Pfund Sterling auf 2 Pfund Sterling zu reduzieren.

 

Zwar tritt die Regelung erst am 1. April 2019 in Kraft, jedoch hatte bereits die Ankündigung der Neuregelung zur Reduzierung der Ertragsaussichten der Wettbüros geführt. So machte beispielsweise auch das Management von William Hill die FOTB-Regelung für die Verschlechterung der Gewinnbilanz im Vergleich zum Vorjahr verantwortlich.

 

Wie GVC Holdings berichtet, hat das Unternehmen durch den Einzelhandel in Großbritannien einen Gewinn von 1,33 Milliarden Pfund-Sterling zu verzeichnen. Damit hat sich der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent verschlechtert.

 

Der Einzelhandelsgewinn auf dem europäischen Kontinent dagegen stellt sich deutlich positiver dar. Hier konnte mit Gewinnen von 278 Millionen Pfund Sterling ein Plus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingefahren werden.

 

Für April, wenn die neue Regelung zu den Maximaleinsätzen an den FOBT-Terminals in Kraft tritt, erwartet GVC Holdings weitere Einschnitte. Laut Unternehmensangaben werden diese zur Schließung einer großen Anzahl an Wettbüros führen.

 

Berichten zufolge könnten bis zu 1000 Wettbüros von der Schließung betroffen sein. GVC betont jedoch, dass das Unternehmen die Veränderungen am britischen Markt aufgrund seiner starken Online-Performance ausgleichen werde.

 

Starke Performance bei Online-Sportwetten und Online-Casinos

 

bwin

Vor allem die Online-Sportwettenanbieter von GVC konnten einen Gewinnanstieg verbuchen. (Quelle: Wikipedia)

Insgesamt habe das Unternehmen im Online-Bereich ein Gewinnplus von 19 Prozent zu verzeichnen. Für einen Großteil der Gewinne waren hierbei die Online-Sportwetten verantwortlich.

 

Mit seinen „Sportmarken“ bwin, Coral, Crystalbet, Eurobet, Ladbrokes, Neds und Sportingbet konnte die Unternehmensgruppe ein Gewinnplus von 20 Prozent einfahren. Die Nettoeinnahmen stiegen hierbei von 1,3 Milliarden Pfund Sterling im Jahr 2017 auf 1,5 Milliarden Pfund Sterling im Folgejahr.

 

Neu waren zum Online-Bereich die Online-Sportwettenanbieter Ladbrokes.com, Coral.co.uk, Ladbrokes.com.au und Eurobet.it gekommen. Spitzenreiter hinsichtlich des Online-Nettogewinns waren aber nicht die neuen Wettanbieter, sondern die bereits zuvor zur Unternehmensgruppe gehörenden, unter ihnen bwin. Diese konnten eine Gewinnzunahme von 27 Prozent einfahren.

Der Wettanbieter bwin wurde bereits im Jahr 2015 von GVC Holdings übernommen. Bei Bekanntgabe der Umsatzzahlen des Jahres 2017 hatte der Glücksspielkonzern bereits auf den Anstieg des Online-Wettspielgeschäfts hingewiesen. Damals betonte Geschäftsführer Kenneth Alexander bereits, dass sich die Übernahme von bwin gelohnt habe und weitere Auftriebe zu erwarten seien.

Nicht nur im Bereich der Online-Sportwetten konnte GVC Holdings einen Anstieg verzeichnen, sondern auch bei seinen Online Casinos, unter ihnen Gala, PartyPoker, PartyCasino und CasinoClub. Hier sind die Nettogewinne um 16 Prozent auf 351 Millionen Pfund Sterling gestiegen. Für den größten Gewinnanstieg war bei den Online Casinos mit 40 Prozent PartyPoker verantwortlich.

 

Auch im laufenden Jahr rechnet GVC mit Gewinnen im Online-Bereich. Für die Zeit vom 1. Januar bis zum 24. Februar 2019 sei bereits ein Anstieg von 22 Prozent zu verzeichnen. Mit Spannung werden in diesem Jahr jedoch nicht nur die Entwicklungen im Online-Bereich und im britischen Einzelhandel erwartet, sondern auch hinsichtlich des Brexits.

 

So hatte die Presseagentur Reuters [Seite auf Englisch] gestern berichtet, dass GVC infolge der Unsicherheiten durch den Brexit einige seiner Server von Gibraltar nach Irland verlegt habe. Damit soll gewährleistet werden, dass der europäische Markt für das Glücksspiel-Unternehmen zugänglich bleibt.