, 22.07.2020

Ein ehemaliger Angestellter des Miccosukee Resort & Gaming Casinos im US-Bundesstaat Florida und seine Lebensgefährtin sind von einem Gericht in Miami wegen Betrugs zu Haftstrafen verurteilt worden. Gemeinsam mit drei weiteren Paaren hatten Lester Lavin (44) und Anisleydi Vergel Hermida (31) das Stammes-Casino um Millionen gebracht.

 

5,3 Mio. USD abgezweigt

 

Bereits Anfang des Jahres hatten sich vier ehemalige Angestellte des Miccosukee Casinos vor Gericht schuldig bekannt, ihren Arbeitgeber zwischen Januar 2011 und Mai 2015 im großen Stil betrogen zu haben. Gemeinsam mit ihren Partnerinnen hatten sie ein System entwickelt, mit dem sie die Spielstätte um insgesamt rund 5,3 Mio. USD erleichterten. Nun folgten die ersten Strafmaßverkündungen.

Das 1999 errichtete Miccosukee Resort & Gaming befindet sich im Westen Miamis und wird vom Miccosukee-Stamm betrieben. Sein Spielangebot umfasst über 2.000 Automaten sowie Poker- und Bingo-Bereiche. Letztere sind derzeit aufgrund der COVID-19-Maßnahmen  geschlossen.

Lavin, der 12 Jahre für den Betreiber Miccosukee Indian Gaming tätig war, muss für 4 Jahre und drei Monate in Haft. Hermida ist wegen Geldwäsche zu sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Mit ihrem Anteil von mindestens 654.150 USD soll das Paar unter anderem Immobilien sowie die künftige College-Ausbildung ihrer Kinder finanziert haben.

 

Manipulationen an Automaten

 

Bei ihren Taten, so die Erkenntnisse der Ermittler, seien die Casinoangestellten stets demselben Muster gefolgt. So sei es zwei Tätern möglich gewesen, als technische Betreuer Manipulationen an den Spielautomaten des Casinos vorzunehmen.

 

Unter dem Vorwand, einen Defekt beheben zu wollen, habe jeweils einer der Männer das Gerät geöffnet, während ein anderer das anwesende Sicherheitspersonal abgelenkt habe. Mithilfe technischer Lösungen sei es ihnen möglich gewesen, die Spielgeräte falsche Belege ausgeben zu lassen, so die Anklage:

[Die Angeklagten, Anm. d. Red.] manipulierten die elektronischen Spielautomaten und veranlassten die Automaten, falsche Gutscheine oder Tickets zu generieren, die die Angeklagten dann an Geldautomaten oder bei Kassierern im Spielbereich oder der Hauptkasse des Casinos in Bargeld eintauschten.

Als Manager des Automatenbereichs sei der nun verurteilte Lavin ebenso wie sein direkter Vorgesetzter in den Betrug involviert gewesen. Die Ehefrauen und Freundinnen hätten derweil die Aufgabe übernommen, die ergaunerten Millionen zu waschen. Hierfür hätten sie ein weitverzweigtes Netz verschiedener Konten eingerichtet, zwischen denen die Gelder „wie beim Hütchenspiel“ hin- und hergeschoben worden seien.

 

Die Strafmaßverkündungen gegen die übrigen sechs Komplizen sollen Ende August erfolgen.