, 08.01.2019

Am Donnerstag beginnt die Handball-Weltmeisterschaft, die erstmals gemeinsam von Deutschland und Dänemark ausgerichtet wird. Bis zum 27. Januar kämpfen die 24 teilnehmenden Teams um den begehrten Titel. Neben Weltmeister Frankreich und den traditionell starken Dänen zählt Deutschland zu den Mitfavoriten.

 

Erstmals eine WM in zwei Ländern

Ab dem 10. Januar richten sich die Blicke der Handball-Fans auf Deutschland und Dänemark. Die dann beginnende WM wird erstmals von zwei Verbänden parallel veranstaltet, weshalb die Spielorte auf beide Länder verteilt sind. Die WM-Partien finden in den folgenden Städten statt:

  • Berlin
  • Hamburg
  • Köln
  • München
  • Herning (DK)
  • Kopenhagen (DK)

WM-Auftakt ist am 10. Januar um 18:15 in Berlin mit der Begegnung des Gastgebers gegen den Außenseiter Korea. Kurz darauf greifen auch die Dänen in das Spielgeschehen ein, deren Partie gegen Chile zwei Stunden später in Herning angepfiffen wird.

 

Lanxess Arena

Auch in der Kölner Lanxess Arena finden WM-Spiele statt (Bild: Wikipedia)

Schon in der Vorrunde werden es die Deutschen mit den starken Franzosen zu tun bekommen: Am 15. Januar trifft das Team in Berlin auf den Weltmeister, wo es zwei Tage später im letzten und vielleicht entscheidenden Vorrundenspiel gegen Serbien geht.

 

Die beiden Halbfinal-Spiele werden am 25. Januar in Hamburg ausgetragen, ehe die Platzierungsspiele am 26. Januar im dänischen Herning veranstaltet werden. Hier findet einen Tag später auch das große WM-Finale statt, bei dem sich die siegreiche Mannschaft zum neuen Weltmeister kürt.

 

Der Titelträger wird das einzige Team sein, das sich automatisch für die nächsten Olympischen Spiele qualifiziert. Diese finden im Sommer 2020 in Tokio statt.

 

Deutschland bei den Buchmachern hoch gehandelt

Die Chancen der Gastgeber werden bei den Anbietern von Sportwetten hoch eingeschätzt. Während die Dänen (1:3,2) derzeit sogar vor Frankreich (1:3,4) auf Position eins geführt werden, liegt Deutschland mit einer Wettquote von 1:6,0 derzeit auf dem aussichtsreichen dritten Platz

 

Auf den weiteren Rängen folgen Spanien (1:7,5) und Schweden (1:10), während Angola und Chile als absolute Außenseiter mit 1:3.000, beziehungsweise 1:4.000 gehandelt werden.

Die WM im TV
Hierzulande können sich auch Handballfans, die es nicht in die Hallen schaffen, freuen, denn alle Spiele der deutschen Mannschaft werden im frei empfangbaren Fernsehen von ARD und ZDF übertragen. Auch das Endspiel wird im Zweiten gezeigt; unabhängig von den Mannschaften, die dann um den Titel spielen.

Wer die anderen Matches live erfolgen möchte, muss entweder zum Sportsender Eurosport, der 15 Spiele ohne deutsche Beteiligung zeigt, oder ins Internet zu Sportdeutschland.TV: Dort werden sämtliche WM-Spiele live übertragen.

Es gibt auch einen Deutschen, der von den Buchmachern top gehandelt wird: Uwe Gensheimer vom französischen Spitzenclub Paris Saint-Germain liegt mit einer Quote von 1:4,5 an der Spitze der Aspiranten auf die Torjägerkrone. Damit verweist er renommierte Spieler wie Sander Sagosen aus Norwegen (1:6,0) oder den Dänen Mikkel Hansen (1:7,0) auf die Plätze.

 

Mit ihrer Einschätzung zeigen sich die Wettfreunde recht optimistisch, denn vielen dürfte das schwache Abschneiden des deutschen Teams als Neunter bei der letzten Europameisterschaft noch allzu gut in Erinnerung sein.

 

Wie hoch sind Deutschlands Chancen tatsächlich?

Wenn es um die Einschätzung der tatsächlichen Titelchancen des Europameisters von 2016 geht, liegen die Expertenmeinungen weit auseinander. Wie bei der letzten EM kritisieren viele die geplante Aufstellung von Trainer Christian Prokop.

 

In einem Interview mit dem Magazin Der Spiegel bekannte Prokop jüngst selbstkritisch:

Ich mache mir als Trainer vor einem Turnier viele Gedanken, wie ein Team später auf dem Feld funktionieren soll. Und dabei kann man leicht vergessen, welche Stimmungsschwankungen sich entwickeln, die verhindern, dass wir als Mannschaft eine totale Gemeinschaft bilden.

Genau das war bei der letzten EM geschehen. Damals hatte der Trainer das Team und den Zusammenhalt durch die Nichtnominierung des vorherigen Abwehrchefs Finn Lemke an entscheidender Stelle geschwächt.

 

Obwohl Prokop dieses Mal vorsichtiger vorging, werfen ihm Kritiker erneut vor, unnötige Risiken bei der Kaderplanung einzugehen, da er für das Turnier auf den erfahrenen Rechtsaußen Tobias Reichmann verzichtet, um mehr Variationsmöglichkeiten in der Defensive zu schaffen. Es wird sich zeigen, ob er mit dieser Taktik Erfolg hat.

 

Jubeln die Zuschauer das Team erneut zum Titel?

Heiner Brand

WM-Trainer Heiner Brand (Bild: Wikipedia)

Sollten die Deutschen in den Vorrundenspielen jedoch gute Leistung abliefern, kann die Begeisterung schnell auf die Ränge überspringen. Wie bei dem Wintermärchen der Heim-WM 2007, als Deutschland im eigenen Land völlig überraschend Weltmeister wurde, könnten die Fans wieder eine entscheidende Rolle dabei spielen, wenn es darum geht, die Mannschaft zum Sieg zu pushen.

 

Kenner wissen nur zu gut um den unschätzbaren Wert des Heimpublikums. Dieser Bonus gilt umso mehr in den Handball-Arenen, wo die Fans direkt am Spielfeldrand sitzen. Deshalb könnte die Euphorie der Zuschauer letztendlich von entscheidender Bedeutung sein, wenn es um den Titel geht.

 

Allerdings sollten die Deutschen bei aller Begeisterung im Hinterkopf behalten, dass das Finale in diesem Jahr nicht auf heimischem Boden stattfinden wird. Bei einem dänischen Finalgegner könnte sich der Zuschauerfaktor deshalb ganz schnell in entgegengesetzte Richtung auswirken.