, 08.02.2021

Spielhallen und Casinos in Deutschland sind seit dem 2. November 2020 geschlossen. Der Bundesverband der Automatenunternehmer e.V. (BA) und die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) haben sich nun an die Kanzlerin, die führenden Politikerinnen und Politiker der Länder und an die Chefs der Senats- und Staatskanzleien gewandt.

 

In dem am Freitag veröffentlichten Schreiben weisen DAW und BA auf die Wichtigkeit hin, dass Spielhallen in Deutschland zeitnah wieder geöffnet werden. So könnten nicht nur 6.000 mittelständische Betriebe und 70.000 Arbeitsplätze erhalten, sondern auch der Schwarzmarkt bekämpft werden.

 

Spielhallen böten zudem durch die gesetzlichen Vorgaben und die konsequent umgesetzten Hygienemaßnahmen hohen Infektionsschutz. Im vergangenen Jahr hätten sich diese bewährt, so dass es zu keinerlei Problemen bei der Bekämpfung der Pandemie gekommen sei.

 

Weiter heißt es in dem Brief der DAW:

Die Besucherzahl ist deutlich begrenzt und es dürfen auf einer durchschnittlichen Gastfläche von ca. 150 m² je Spielhalle nur bis zu maximal zwölf Geldspielgeräte aufgestellt werden. Diese werden von einzelnen Personen bedient, sodass Menschenansammlungen ausgeschlossen sind. Daneben ist auch der Mindestabstand zwischen den Geräten gesetzlich geregelt. Darüber hinaus gilt bereits seit 1985 bundesweit ein striktes Alkoholverbot in Spielhallen, was sich als sehr wirksames Mittel in der Pandemie-Situation erwiesen hat.

Da Spielhallen zudem nicht für ein größeres Gästeaufkommen ausgelegt seien, werde ein Wiedereröffnen nicht zu einer signifikanten Erhöhung der Mobilität führen. Außerdem leisteten Spielhallen einen wichtigen Beitrag zur Kanalisierung des menschlichen Spielbedürfnisses.

 

Damit werde das Abwandern zu illegalen Angeboten ohne Jugend- und Spielerschutz verhindert. Die Branchenvertreter erhofften sich nun konstruktive Gespräche mit den politischen Vertretern.

 

Nichts geht mehr: Hohe Verluste und Pleiten in der Glücksspiel-Branche

Die Glücksspielbranche befindet sich derzeit in einer Krise. Nicht nur die Corona-Pandemie wirkt sich durch die Schließungen der Spielhallen und Casinos negativ aus, auch die Politik erschwere das Geschäft, berichtet die WirtschaftsWoche.

Der Corona-Lockdown bedroht die Existenz zahlreicher Spielhallen-Betreiber. Doch auch die gravierenden gesetzlichen Änderungen im Hinblick auf die Mindestabstände von 500 Metern zwischen Spielhallen und Kinder- und Jugendeinrichtungen führten laut Vorstandssprecher der DAW Georg Stecker zu einer massiven Reduktion von Spielhallen-Standorten und damit zu hohen Verlusten von Arbeitsplätzen.

Nach Aussagen von Stecker stelle der zweite Lockdown eine dramatische Situation für die Branche dar, die Industrie, Großhandel und Automatenaufstellung betreffe. Die Reserven seien bei einigen Unternehmen aufgebraucht.

 

Selbst die großen Konzerne verzeichneten erhebliche Verluste. So erklärte Paul Gauselmann der WirtschaftsWoche gegenüber, dass die Umsätze 2020 knapp 30 % geringer gewesen seien als im Jahr zuvor.

Dass das die Reserven gewaltig in Anspruch nimmt, brauchen wir nicht zu sagen. Die Gauselmann Gruppe hat erstmalig in ihrem 63-jährigen Bestehen rote Zahlen nicht vermeiden können.

Gauselmann rechne damit, dass zahlreiche Unternehmen die Krise nicht überstehen könnten. Wenn die Pflicht zur Anmeldung von Insolvenzen wieder gelte, werde es eine Riesenwelle geben, nicht nur in der Glücksspiel-Branche, sondern vor allem in der Gastronomie und der Touristik.

 

Dennoch zeigt sich der Unternehmer zuversichtlich. Gauselmann rechne mit einer langfristigen Erholung der Branche:

Nach einer gewissen Zeit werden die Menschen mit Vorsicht wieder spielen.

Gauselmann hoffe auf politische Einsicht und auf eine Wiedereröffnung der Spielhallen am 15. Februar.

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