Donnerstag, 11. August 2022

Gegen Wettbetrug im Sport: IBIA launcht Kampagne für Athleten

IBIA-Kampagne für Integrität im Sport Die IBIA engagiert sich gegen Wettbetrug im Sport (Bild: IBIA)

Weltweit sehen Verbände, Clubs und Sportwetten-Anbieter Spielmanipulation und Wettbetrug als größte Gefahren für den Sport. Um Sportler für das Risiko zu sensibilisieren, startet die für die Integrität im Wettgeschäft zuständige International Betting Integrity Association (IBIA) eine neue Aufklärungskampagne.

Im Mittelpunkt der Aktion stehen die drei Grundsätze Rules, Responsibility, Report (Regeln, Verantwortungsbewusstsein, Melden). Es gehe darum, dass jeder Sportler diese verinnerliche. Auf Twitter erklärte die IBIA dazu, dies seien

drei wichtige Regeln, die jeder Athlet kennen sollte, um sich und seinen Sport vor Wettbetrug zu schützen.

Der erste Grundsatz beinhalte, dass den Angesprochenen die Regeln, die es in ihrem Sport in Bezug auf Sportwetten gebe, bewusst seien. Dazu zähle ganz besonders, keine Wetten auf die eigene Sportart abzuschließen und niemanden zu bitten, dies in ihrem Namen zu tun.

Des Weiteren appelliert die IBIA an die Diskretion der Athleten. Sie müssten sich im Klaren sein, dass die Weitergabe sensibler Informationen, beispielsweise über die Mannschaft oder die eigene Gesundheit, an Dritte zu unterlassen sei. Dazu zähle auch die Veröffentlichung solcher Interna in den sozialen Medien.

Das Verantwortungsbewusstsein fördern

Beim zweiten „R“ gehe es darum, dass die Sportler Verantwortungsbewusstsein bei ihren Wettkämpfen an den Tag legten. Es sei verwerflich, absichtlich schlechter zu spielen oder das Ergebnis eines Spiels zu manipulieren. Dies gefährde die Integrität im Sport.

Wie schwerwiegend das Problem des Wettbetrugs ist, zeigte sich vergangene Woche in Brasilien. Dort soll es Versuche gegeben haben, Partien der Top-Liga im Frauenfußball zu verschieben. Unter anderem berichtete Andres Rueda, Präsident des Clubs FC Santos, auf einer Pressekonferenz, dass eine seine Spielerin kontaktiert worden sei, um das Match gegen den Rivalen Red Bull Bragantino zu manipulieren. Gleiches sei mit einer Spielerin von Bragantino geschehen. Es seien Untersuchungen eingeleitet worden, um die Drahtzieher des versuchten Wettbetrugs zu identifizieren.

Der dritte Punkt (Meldung) betreffe den Bericht von unseriösen Kontaktaufnahmen und von Korruptionsversuchen. Die IBIA ermutigte die Athleten, eine Person ihres Vertrauens zu kontaktieren, sollten sie zu einer Spielmanipulation aufgefordert wurden. Dazu zählten Spielervertreter, Gewerkschaften oder Sportverbände.