Donnerstag, 06. Oktober 2022

INTERPOL-Konferenz gegen Spielmanipulation und Wettbetrug in Abu Dhabi

INTERPOL Spielmanipulation Wettbetrug Konferenz INTERPOL richtet sein 12. Match-Fixing Task Force Meeting in Abu Dhabi aus (Quelle: INTERPOL_SPORT)

Seit gestern tagen Vertreter von Sicherheitsbehörden und Sport-Integritätsstellen beim 12. INTERPOL Match-Fixing Task Force Meeting in Abu Dhabi. Laut Angaben der internationalen kriminalpolizeilichen Organisation sind Verantwortliche aus 50 Ländern sowie von 16 externen Integritätsstellen vor Ort.

Ziele der dreitägigen Veranstaltung seien der Erfahrungsaustausch und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit. Es gehe um die Sicherung der Integrität des Sports und darum, „ein gesundes Umfeld für Sportwettbewerbe“ zu schaffen.

Wettbetrug, Geldwäsche und Korruption

Die internationale Strafverfolgung nimmt Spielmanipulation und Wettbetrug weiter fest ins Visier. Jüngst trafen sich Verantwortliche des europäischen Fußballs zur Ersten internationalen Konferenz zu Spielmanipulationen im Fußball von UEFA und EUROPOL am EUROPOL-Hauptsitz in Den Haag. Nun lädt auch Interpol in Abu Dhabi zum internationalen Anti-Match-Fixing-Treffen.

Vom 10. bis zum 12. Mai widmen sich Experten aus Strafverfolgung und Behörden sowie von internationalen Sportverbänden, Anti-Doping-Organisationen und Wett-Monitoring-Stellen Fragen zur Sicherung der Integrität von sportlichen Wettbewerben.

Maßgeblich für die Ausrichtung der Tagung zuständig ist das Innenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate. Dieses erklärt zu der INTERPOL-Konferenz:

Das dreitägige Treffen wird in seinen Sitzungen eine Reihe relevanter Themen im Zusammenhang mit Missbrauch in den Bereichen Sport und Olympische Spiele sowie Möglichkeiten zum Monitoring und der Bekämpfung behandeln, insbesondere da es sich um eine Form der Kriminalität handelt, die mit Wettbetrug verbunden ist, Geldwäsche, Schmuggel und Korruption.

In diesem Kontext, so das offizielle Statement weiter, werde man sich unter anderem mit Betrugsmethoden zur Manipulation befassen. Ebenfalls auf der Agenda stehe das Thema Kryptowährung im Kontext von Spielmanipulation und Wettbetrug sowie der Einsatz von Ermittlungswerkzeugen wie Online-Überwachung.

Branchengrößen auf der Rednerliste

Am Auftakttag der Veranstaltung sprach unter anderem Matt Fowler, Director of Integrity der International Betting Integrity Association (IBIA).

Als Kernpunkte des Vortrags nennt die Organisation die Frage nach Grund und Inhalt ihrer Arbeit, die Vernetzung von Unternehmen mit Blick auf verdächtige Aktivitäten im Sport und deren Mehrwert für die Strafverfolgung.

Der Kampf gegen Manipulation im Sport bildet bei INTERPOL einen der Schwerpunkte des Financial Crime and Anti-Corruption Centre (IFCACC). Die erst Anfang dieses Jahres ins Leben gerufene Spezialabteilung [Seite auf Englisch] hat sich die koordinierte weltweite Korruptionsbekämpfung zum Ziel gesetzt.

Eigenen Angaben zufolge erstrecke sich ihre Arbeit auf „verschiedene Arten von Straftaten (…), darunter Doping im Sport, Korruption von Amtsträgern und Korruption im großen Stil (an der hochrangige politische Persönlichkeiten beteiligt sind)“.

Ebenfalls auf der Rednerliste standen Luca Esposito Poleo, Generalsekretär des Global Lottery Monitoring System (GLMS), und der Chef der Integritätsstelle des Tischtennisweltverbands ITTF Kevin Carpenter.

Doping im Kontext betrachten

Der heutige zweite Veranstaltungstag begann mit dem Fokus auf dem Themenfeld Doping. Hierbei handele es sich den Experten zufolge keinesfalls um singuläre Vergehen einzelner Sportler.

Vielmehr, so INTERPOL, sei die illegale Leistungssteigerung immer auch im großen Kontext der Spielmanipulation durch die organisierte Kriminalität zu betrachten.

Wie alle Bereiche, in denen viel Geld bewegt wird, ist der Sport ein lukratives Ziel für Kriminelle. Die Anzahl der beteiligten und somit potenziell für Anwerbeversuche empfänglichen Personen, seien es Sportler, Teammitglieder, Funktionäre oder Akteure aus dem Glücksspielgeschäft, ist schier unendlich.

Entsprechend handelt es sich bei der Sicherung der Integrität des Milliardengeschäfts Sport um eine Herausforderung, die nur auf Basis enger internationaler Zusammenarbeit angenommen werden kann. Das 12. INTERPOL Match-Fixing Task Force Meeting dürfte als weiterer Schritt auf diesem durchaus steinigen Weg gewertet werden.