Donnerstag, 06. Oktober 2022

Weniger Wettbetrug im Sport? IBIA meldet starken Rück­gang der Alarm­meldungen

IBIA-Bericht Wettbetrug Wettbetrug ist laut IBIA ein globales Problem (Bild: IBIA

Wettbetrug gilt aus Sicht von Sportfunktionären und Sportwetten-Anbietern als eine der größten Gefahren für den Sport. Nun hat die für die Integrität im Wettgeschäft zuständige International Betting Integrity Association (IBIA) zumindest leichte Entwarnung gegeben. In ihrem am Mittwoch veröffentlichten Bericht [Seite auf Englisch] gibt sie bekannt, dass sie im ersten Quartal 2022 einen Rückgang der Verdachtsfälle um 39 % habe feststellen können.

Die 2005 von der Sportwetten-Anbietern gegründete Organisation hat sich die Bekämpfung von Spielmanipulation und Wettbetrug im Sport zum Ziel gesetzt. Insgesamt hätten sie in den ersten drei Monaten des Jahres 42 Meldungen über möglichen Wettbetrug erreicht. In Q4 2021 seien es noch 69 Fälle gewesen. Auch im Vergleich zum Vorjahresquartal (64 Hinweise auf Spielmanipulation) könne die IBIA einen deutlichen Rückgang verzeichnen.

Mit 14 Meldungen stelle Tennis das größte Kontingent der IBIA-Verdachtsmomente. Dahinter folgten mit je 10 Alarmen gleichauf Fußball und Tischtennis. Weitere Hinweise auf möglichen Wettbetrug habe die Organisation beim Volleyball (4), Snooker (3) und E-Gaming (1) erhalten.

In den von zwei von Spielmanipulation am stärksten betroffenen Sportarten habe es besonders hohe Rückgänge gegeben. Der IBIA zufolge seien sie im Tennis um 57 % und beim Fußball um 50 % gesunken.

Wettbetrug in Europa dominiert

Bei der regionalen Verteilung stellte die Organisation eine deutliche Dominanz der verdächtigen Bewegungen auf dem europäischen Sportwetten-Markt fest. So seien mit 23 Alarmen über die Hälfte aller Meldungen auf den Kontinent entfallen. Hier führe möglicher Wettbetrug in Deutschland (5) vor Russland (4) und Großbritannien (3).

Auf Europa folgten mit 10, bzw. 4 Fällen Asien und Südamerika. In Afrika (2) sowie Nordamerika und Ozeanien mit je einem Fall sei der Wettbetrug hingegen offiziell kaum vorgekommen.

IBIA-CEO Khalid Ali erklärte, dass sich die Ergebnisse von Quartal zu Quartal veränderten. Nichtsdestotrotz sei die IBIA erfreut über den Rückgang. Ali betonte zugleich:

Dieser Rückgang ist umso bemerkenswerter, als die Warnungen von einer erheblich erweiterten Mitgliederbasis in den ersten drei Monaten des Jahres 2022 stammen.

So seien die Glücksspielmärkte in den Niederlanden und Kanadas Provinz Ontario neu hinzugekommen. Zudem würden Sportwetten in immer mehr US-Bundesstaaten legalisiert.

Generell sei der Sport als sauber zu betrachten. So hält die IBIA in ihrem Bericht fest, dass von den rund 650.000 jährlich beobachteten Sportveranstaltungen 99,96 % ohne Beanstandung geblieben seien.