, 17.01.2020

In Österreich gilt seit dem 1. November 2019 ein Nichtraucherschutzgesetz, das auch das Rauchen in Casinos verbietet. Die Glücksspielbetreiber Casinos Austria und Admiral sollen dem Verbot jedoch nicht nachkommen. Dies berichtet der Verein Spielerhilfe in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung. Die Spielerschützer fordern die Behörden auf, nun Konsequenzen zu ziehen.

 

Zehn Verstöße zur Anzeige gebracht

 

In ihrer aktuellen Mitteilung wirft die Spielerhilfe den Glücksspielbetreibern Casinos Austria und Admiral vor, das seit Ende vergangenen Jahres geltende neue Nichtraucherschutzgesetz (TNRSG) zu ignorieren.

 

Dies sei bei Besuchen und Kontrollen von Spielbanken und -hallen seitens des Vereins deutlich geworden. Eigenen Angaben zufolge hat die Spielerhilfe diesbezüglich mittlerweile bereits zehn Anzeigen erstattet. Acht der Verstöße seien in Admiral-Räumlichkeiten festgestellt worden. Betriebe der Casinos Austria AG seien zweimal negativ aufgefallen.

Das TNRSG firmiert unter dem Langtitel “Bundesgesetz über das Herstellen und Inverkehrbringen von Tabakerzeugnissen und verwandten Erzeugnissen sowie die Werbung für Tabakerzeugnisse und verwandte Erzeugnisse und den Nichtraucherinnen- bzw. Nichtraucherschutz”. Es besagt unter anderem:

 

Ein absolutes Rauchverbot gilt:

 

In Räumen, die der Herstellung, Verarbeitung, Verabreichung oder Einnahme von Speisen oder Getränken dienen, außer wenn sie in Gastronomiebetrieben liegen

 

In jenen Räumen von Gastronomiebetrieben, die den Gästen zwar zur Verfügung stehen, wo aber in der Regel nicht serviert wird (beispielsweise Garderoben, Sanitärräume, Gänge und ähnliches).

Nichtraucherschutz gleich Spielerschutz

 

Für die Spielerhilfe, die sich laut eigener Angabe aus ehemaligen Problemspielern zusammensetzt, ist der Umstand, dass in Spielbanken und-hallen nach wie vor geraucht wird, höchst alarmierend.

 

Ein funktionierender Nichtraucherschutz, so der Verein, sei wichtiger Bestandteil des aktiven Spielerschutzes:

Eine Sucht befeuert die andere. Durch den Adrenalin-Kick, den das Glücksspiel auslöst, wird das Verlangen nach Nikotin gesteigert.

Dass die Glücksspielbetreiber das neue Nichtraucherschutzgesetz nicht umsetzten, habe vermutlich einen einfachen Grund: Spieler, die im Freien rauchen müssten, würden ihr Spiel unterbrechen. Dies jedoch sei seitens der Betreiber unerwünscht.

 

30 % Umsatzeinbußen?

 

Tatsächlich hatte sich Casinos Austria– Chefin Bettina Glatz-Kremsner im Vorfeld des Inkrafttretens des TNRSG Medienvertretern gegenüber besorgt gezeigt.

 

Internationale Erfahrungen hätten belegt, dass das Unternehmen aufgrund des Rauchverbots mit einem Umsatzrückgang von 10 bis 30 Prozent rechnen müsse.

 

Die Spielerhilfe hofft nun auf ein Eingreifen der zuständigen Behörden: So müssten die Kontrollen verstärkt und bei Verstößen Konsequenzen gezogen werden.