, 14.01.2020

In Japan soll die Behandlung der Spielsucht künftig von der Krankenversicherung übernommen werden. Das empfiehlt ein von der Regierung beauftragtes Expertengremium.

 

Aufgrund des bevorstehenden Baus der ersten Casinos hatte die Regierung das Gremium einberufen. Die Experten des Central Social Medical Insurance Council sollen unter anderem Maßnahmen zur Bekämpfung der Spielsucht ausarbeiten.

In Japan war das Glücksspiel viele Jahrzehnte größtenteils verboten. Eine Ausnahme bildet Pachinko, das in Japan in Tausenden von Spielhallen zu finden ist. Es ist legal, da es bei dem Spiel lediglich Sachpreise zu gewinnen gibt. Die Regierung änderte ihre strikte Haltung erst im Juli 2018 mit der Verabschiedung eines neuen Casino-Gesetzes. Die Betreiber der Casinos müssen allerdings strenge Vorgaben erfüllen, um eine Lizenz zu erhalten.

Trotz des offiziellen Verbots boomt auch in Japan das illegale Glücksspiel. Einer Studie des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales zufolge weisen bereits etwa 700.000 Japaner problematisches Glücksspielverhalten auf.

 

Anstieg der Spielsucht befürchtet

Spielerschutz-Organisationen und Politiker befürchten nun gleichermaßen einen weiteren Anstieg der Anzahl der Spielsüchtigen, sobald in der ersten Hälfte der 2020er Jahre die ersten Casinos eröffnen. Aus diesem Grund wurde eine Reihe von Behandlungsmethoden entwickelt.

 

Dazu zählt die Gruppentherapie, in der Spielsüchtige mit anderen Betroffenen über ihre Krankheit sprechen. Diese Therapie solle von Krankenkassen übernommen werden, so das Gremium.

 

Umstrittener Behandlungserfolg

Allerdings ist der Erfolg dieses Programms durchaus umstritten. So ergab eine von der Regierung beauftragte Studie, dass knapp 60 % der Personen, die an einer Gruppentherapie teilgenommen hatten, innerhalb von sechs Monaten erneut zu spielen begannen.

 

Die Rückfallquote bei Spielern ohne Behandlung liegt jedoch beträchtlich höher: Von ihnen spielten nach einen halben Jahr über 97 %. Zudem gaben die unbehandelten Personen mit durchschnittlich 960 Euro mehr als doppelt soviel aus wie die Personen, die nach der Therapie rückfällig geworden waren.

 

Gesundheitsexperten sind deshalb von der Methode überzeugt. So sagte Susumu Higuchi von der nationalen Krankenhaus-Organisation:

Es gibt viele Menschen, die sich nicht behandeln lassen. Es ist wichtig, dass sie sich einer Therapie unterziehen, um so die Anzahl der Patienten zu reduzieren.

Trotz der Kritik an dem bestehenden Programm könnte die Übernahme der Behandlungskosten durch die Krankenversicherung somit vielen Japanern dabei helfen, etwas gegen ihre Spielsucht zu unternehmen.