, 29.03.2020

In Nevada bahnt sich eine Ungleichbehandlung zwischen gewerkschaftlich organisierten Casino-Beschäftigten und ihren gewerkschaftsfreien Kollegen an. Während Gewerkschafter ihren Mitgliedern versichern, dass diese ihre Jobs nach der Wiedereröffnung der Casinos antreten könnten, fehlt für die nicht organisierten Beschäftigten eine vergleichbare Zusicherung.

 

Job-Garantie von der Gewerkschaft

Am Donnerstag verkündeten Sprecher der Culinary Workers Union [Seite auf Englisch], dass nahezu sämtliche ihrer 60.000 Mitglieder von ihren Arbeitgebern nach Hause geschickt worden seien. Allerdings betonten sie, dass die Gewerkschaftsmitglieder ihre Jobs erneut antreten könnten, sobald die Geschäfte wieder anliefen.

 

In einem an die Mitglieder gerichteten Statement bekräftigte Bethany Khan, Vorstandsmitglied der Union:

“Dein Job ist geschützt: Du wirst wieder zur Arbeit gehen können, sobald die Casinos wieder eröffnen und sich das Geschäft verbessert.“

Gleichzeitig wolle die Gewerkschaft dafür Sorge tragen, dass die Beschäftigten auch während des Casino-Lockdowns einen Großteil ihrer Gehälter ausbezahlt bekämen.

 

Allerdings bezog Khan sich mit ihrer Aussage lediglich auf die Union-Mitglieder. Angestellten, die keiner Gewerkschaft angehören, bleibt damit die Unsicherheit über ihre berufliche und finanzielle Zukunft.

Die Culinary Union ist die größte Gewerkschaft in Nevada. Sie vertritt die Interessen der Beschäftigten aus den Casinos sowie aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe der Städte Las Vegas und Reno. In der Vergangenheit hat die Culinary Union bereits bewiesen, dass sie bereit ist, für Ihre Mitglieder zu kämpfen. So drohte sie im Mai 2018 erfolgreich mit einem unbefristeten Streik, sollten ihre Gehaltsforderungen nicht erfüllt werden.

Medienberichten zufolge hätten einige Casinos bereits begonnen, ihren freigestellten Angestellten nahezulegen, sich für ihre bisherigen Jobs erneut zu bewerben, wenn sich die Türen ihrer Casinos erneut öffnen. Arbeitsschützer kritisierten, dass dies die Unsicherheit der Betroffenen weiter vergrößere.

Ein Hoffnungsschimmer

Allerdings gibt es auch für die nicht-organisierten Angestellten Grund zur Hoffnung. Die zur Las Vegas Sands-Gruppe gehörenden Casinos Venetian und Palazzo, in denen keine Gewerkschaftsmitglieder arbeiten, haben bereits angekündigt, die Löhne der 9.300 Beschäftigten auch während der Unterbrechung des Casino-Betriebs weiterzahlen zu wollen.

 

Dabei sei es unerheblich, ob die Personen fest oder auf Stundenbasis angestellt seien, so das Sands-Management. Demnach werde jeder von ihnen mindestens 32 Stunden in der Woche ausbezahlt bekommen.