, 25.05.2018

Las Vegas

Droht dem Spielerparadies ab 01. Juni der Stillstand? (Bild: Pixabay)

Jährlich kommen 40 Millionen Touristen nach Las Vegas, um dort zu spielen und die aufwändigen Shows zu besuchen. Damit könnte in einer Woche vorläufig Schluss sein: Am 22. Mai stimmten über 25.000 der gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten für einen Streik in den Hotels und Casinos, um ihrer Forderung nach besseren Gehältern und sicheren Arbeitsplätzen Nachdruck zu verleihen.

 

Streit um Gehälter und Arbeitsplatzsicherheit

Damit läuft das milliardenschwere Tourismusgeschäft der Stadt Gefahr, zumindest teilweise stillzustehen. Ausgangspunkt des angekündigten Streiks sind Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern der Casino- und Hotelbranche, die bisher ergebnislos verliefen.

 

Spieltisch

Casinos sind eine wichtige Einnahmequelle (Bild: Pixabay)

Kommt es hier nicht zu einer Einigung, laufen die Arbeitsverträge von etwa 50.000 gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmern am 31. Mai um Mitternacht aus. Besonders betroffen wären MGM Resorts International sowie Caesars Entertainment, denn beide Firmen betreiben mehr als die Hälfte der von einem möglichen Streik betroffenen Etablissements.

 

Neben einer Anhebung der Bezüge ist die Sicherheit der Arbeitsplätze ein Hauptstreitpunkt bei den Verhandlungen. Schon heute setzen Casinos und Hotelbetreiber immer stärker auf Technik, was die Gefahr eines Arbeitsplatzabbaus in der Branche aus Sicht der Gewerkschaften spürbar erhöht.

 

Zu dem Streik aufgerufen hat unter anderem die Culinary Union, mit etwa 60.000 Mitgliedern die größte Gewerkschaft in Nevada. Sie vertritt hauptsächlich Beschäftigte des Hotel- und Gaststättengewerbes sowie aus den Casinos. Ihre Sprecherin Bethany Khan sagte:

 

“Zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten haben sich unsere Mitglieder und die anderer Gewerkschaften zum Streik entschlossen. Damit ist mehr als die Hälfte des Personals aus der Tourismusbranche der Stadt zum Ausstand bereit. Sie tun dies, um ihre Arbeitsplätze und Einkünfte zu schützen.”

 

Starke Einbrüche im Tourismusgeschäft durch Streik befürchtet

Wird die Androhung wahr gemacht, könnte in der Spielermetropole erstmals seit drei Jahrzehnten der Betrieb von Casinos und Hotels lahmgelegt werden, wenn am 1. Juni 2018 Zehntausende Angestellte die Arbeit niederlegen. Die Auswirkungen auf den Tourismus wären beträchtlich.

 

Tourismusmagnet in der Wüste

Las Vegas hat 2016 630.000 Einwohner und wird jährlich von mehr als 40 Millionen Touristen besucht. Für sie stehen in dem Spielerparadies über 150.000 Hotelbetten zur Verfügung, die zu durchschnittlich 90 Prozent ausgelastet sind. Die Hotels haben gigantische Ausmaße erreicht und beherbergen meist mehrere tausend Gäste. Nicht zuletzt deshalb liegen die Baukosten für ein neues Projekt inzwischen bei vielen Milliarden US-Dollar. Die dazugehörigen Casinos tragen mit einem Umsatz von etwa 4,5 Milliarden US-Dollar erheblich zum finanziellen Wohlergehen der Stadt bei.

 

Obwohl seit dem letzten Streik von 1984 viel Zeit vergangen ist, sind die Erinnerungen daran noch wach. Der Ausstand hatte damals 67 Tage gedauert, was die Casino- und Hotelbetriebe um Millioneneinnahmen brachte.

 

Auch dieses Mal dürfte der geplante Streik insbesondere die großen Casino-Hotels wie Bellagio, MGM Grand, Wynn oder Caesars Palace schwer treffen. Angesichts der guten Buchungslage bei einer Kapazität von mehreren Zehntausend Zimmern könnte ein Streik bei den gebuchten Gästen zu erheblicher Verunsicherung führen.

 

World Series of Poker in Gefahr?

Poker Bracelet

Bei der WSOP winken Bracelets und Millionengewinne (Bild: Wikimedia)

Auch eines der klassichen Highlights in Las Vegas könnte von dem Streik betroffen werden: Die World Series of Poker, mit der die Stadt alljährlich ihren Ruf als Mekka des Pokerspiels zementiert

 

Das Main Event der WSOP, bei dem die weltweit begehrten Bracelets und millionenschwere Siegprämien am Final Table gewonnen werden, wird vom 02.-14. Juli ausgetragen. Bei einem zweimonatigen Streik, wie es 1984 der Fall war, wäre auch dieses Ereignis ernsthaft gefährdet.

 

Neben den zahllosen Glücksspielfans aus aller Welt kommen auf die Hotelbetriebe im Juni zudem die Anhänger eines weiteren Großereignisses zu: Eishockey-Fans, die die Finalserie des Stanley Cups in der Stadt sehen möchten.

 

Dort steht mit dem unvermittelten Einzug der Eishockey-Cracks der Vegas Golden Knights ab Ende Mai ein Team aus der Stadt im Finale, was den Andrang zusätzlich verstärken dürfte. Der Erfolg der 500:1-Außenseiter ist ein großer Imagegewinn für die Stadt, die sehr bemüht ist, neben Casinos, Messen und Tagungen weitere Großereignisse nach Nevada zu locken. Die Austragung des Stanley Cups ist in dieser Hinsicht ein wichtiger Meilenstein, der angesichts der drohenden Streiks jedoch zur Unzeit kommen könnte.

 

Noch haben die Parteien bis Ende Mai Zeit. Kommt es bis dahin zu keiner Einigung, beginnt der Streik am 1. Juni 2018 frühmorgens. Eine Folge davon könnten zumindest teilweise geschlossene Hotels, Casinos, Bars und Restaurants sowie unzählige ratlose und enttäuschte Touristen in der Stadt sein.

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