, 02.02.2020

Die frisch geformte spanische Koalitionsregierung PSOE-Podemos hat angekündigt, Spaniens Glücksspielpolitik maßgeblich neuzugestalten. Im Rahmen einiger am Mittwoch verkündeter struktureller Veränderungen soll das Glücksspiel ab sofort in den Zuständigkeitsbereich des Verbraucherschutzministeriums fallen.

 

Des Weiteren soll der seit 2017 amtierende Generaldirektor der spanischen Glückspielregulierungsbehörde (Dirección General de Ordenación del Juego, DGOJ), Juan Espinosa Garcia, auch weiterhin in seinem Amt bleiben, um seine Agenda für ein sichereres Glücksspiel fortführen zu können.

 

Das Streben nach strengerer Regulierung

Viele Spanier zeigten sich im letzten Jahr aufgebracht über den inländischen Glücksspielsektor, der in den Augen vieler unzureichend reguliert werde. Es kam zu mehreren Protesten gegen Spielhallen und Wettbüros.

 

Das Thema Glücksspiel konnte so in den politischen Fokus rücken und insbesondere in diesem Jahr – und unter neuer Regierung – sollen diverse glücksspielspezifische Thematiken bearbeitet werden.

 

Juan Espinosa Garcia spielte seit seiner Amtseinführung zum Generaldirektor der Glücksspielaufsicht 2017 eine wichtige Rolle bei den bisher erwirkten Veränderungen.

 

Er trug dazu bei, dass Spielsucht als eine psychische Erkrankung anerkannt worden ist und befürwortete das Kreditkartenverbot im Glücksspiel, welches schon in wenigen Wochen in Kraft treten könnte.

 

Die neue Regierungsspitze beschloss daher, ihn auch weiterhin in seinem Amt zu lassen. Die von ihm geleitete Glücksspielbehörde [Seite auf Spanisch] soll aber künftig nicht mehr dem Finanzministerium, sondern dem Verbraucherschutzministerium unterstehen.

Offiziellen Angaben zufolge sei die Anzahl der Online-Wetten und gespielten Spiele in Spanien im letzten Jahr um 25 bis 30 % gestiegen. Die Gesamtzahl der Spieler hingegen sei lediglich von 5 % auf 7 % gewachsen, was darauf schließen lasse, dass die bestehende Kundschaft ihren Spielkonsum stetig erhöht.

Förderung des sicheren Online Glücksspiels

Spielsucht, so Espinosa, greife jedoch vor allem im landbasierten Glücksspiel um sich. Ganz besonders dort, wo die geltende Glücksspielgesetzgebung missachtet werde.

 

Der Politiker spricht hierbei von einem großen Ungleichgewicht zwischen dem landbasierten und Online Glücksspiel.

Am Online Glücksspiel nehmen 1,5 Mio. volljährige Spanier teil und Sie dürfen entscheiden, ob das viel oder wenig ist. Es sind 3,8 % der erwachsenen spanischen Bevölkerung. Gleichzeitig nehmen 75 % der Erwachsenen an öffentlichen Glücksspielen teil.

Das Online Glückspiel habe einen schlechteren Ruf, als es verdiene. Vor allem technologischer Fortschritt könne hier für ein besseres und sichereres legales Glücksspiel sorgen.

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