, 24.02.2020

Die Regierung von Thailand weitet ihren Kampf gegen das Glücksspiel aus. So sprach sie vor wenigen Tagen ein Verbot des Betriebs von Greifautomaten aus.

 

Greifautomaten ab sofort illegal

Thailands Innenministerium veranlasste das Verbot durch ein ab sofort wirksames Dekret, welches am 19. Februar verabschiedet wurde. Darin erklärt die für das Glücksspiel zuständige Behörde sämtliche Greifautomaten in dem Land für illegal.

Greifautomaten sind auch in Thailand weit verbreitet. Bei einer landesweiten Untersuchung fand die Jugendschutzorganisation “No Gambling Youth Club“ 2019 heraus, dass die Automaten in 75 von 92 getesteten Einkaufszentren anzutreffen waren. Ihren Angaben zufolge zählte die Organisation in den Shopping-Malls insgesamt 1.300 der hauptsächlich von Kindern und Jugendlichen genutzten Geräte.

Auslöser für das nun ausgesprochene Verbot dürfte die wiederholte Kritik von Spielschützern an den Automaten sein. Unter anderem hatte der Anwalt Nutthapong Sampaokaew die Regierung im Rahmen einer im Januar stattfindenden Jugendschutz-Konferenz aufgefordert, Greifautomaten aus Einkaufszentren zu verbannen.

 

Der Anwalt sagte während der Konferenz dazu:

Die Maschinen befinden sich an Orten, die von Konsumenten regelmäßig besucht werden und wo es keine Altersbegrenzung für Kunden gibt.

Unterstützung erhielten die Kritiker durch ein Urteil von Thailands Oberstem Gerichtshof. Dieser hatte bereits vor Jahren entschieden, dass Greifautomaten dem Glücksspiel zuzurechnen seien.

 

Verbotenes Wettgeschäft

Als Begründung gaben Richter und Verbraucherschützer gleichermaßen an, dass es sich beim Spiel an den Geräten um ein Wettgeschäft handele. Nach Zahlung von 10 Thai Baht (umgerechnet etwa 30 Cent) hätten die Spieler keine Garantie, dass sie per Greifarm tatsächlich einen Gewinn einfahren würden.

 

Dies sei als eindeutiges Glücksspielmerkmal zu deuten, und damit illegal. Mit Ausnahme von Wetten auf Pferderennen und einer Reihe staatlich betriebener Lotterien ist in dem asiatischen Land seit Einführung des Glücksspielgesetzes von 1935 jegliches Glücksspiel verboten.

 

Nach Angaben des Ministeriums sei die Direktive bereits an die Regierungen sämtlicher Provinzen versandt worden. Diese sollen durch Kontrollen vor Ort künftig sicherstellen, dass das Verbot durchgesetzt wird.

 

Geschäftsbetreiber, die gegen das Verbot verstoßen, müssen demnach mit einer Verwarnung rechnen. Im Wiederholungsfall drohen ihnen Geldstrafen oder sogar die Verhaftung.

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