, 21.04.2020

Knapp ein Jahr, nachdem die kenianische Regierung die Geschäfte des bis dato landesweit größten Wettanbieters SportPesa unterbunden hat, machen nun Gerüchte über ein baldiges Comeback des Buchmachers die Runde. So soll der Internetauftritt des Unternehmens für Kenianer seit kurzem wieder erreichbar sein, Wetten könnten bislang aber nicht platziert werden.

 

Steuerstreitigkeiten beigelegt?

 

Nach monatelangen Auseinandersetzungen mit der kenianischen Regierung scheint sich Buchmacher SportPesa derzeit auf die Rückkehr in seinen vormaligen Kernmarkt vorzubereiten. Hinweis darauf ist die kenianische Webseite des Wettanbieters, die seit gestern wieder anzusteuern sein soll. SportPesa hatte das Angebot im September 2019 eingestellt.

Im Juni 2019 entzog die zuständige Aufsichtsbehörde, das Betting Control and Licensing Board (BCLB), allen 27 kenianischen Sportwettenanbietern die Betriebserlaubnis und sperrte ihre Finanzwege. Hintergrund, so die Begründung, seien Verstöße gegen Lizenzbedingungen sowie horrende Steuerschulden gewesen. Während sich die Mitbewerber sukzessive mit der Regierung einigen und so ihr Geschäft wieder aufnehmen konnten, blieb der bisherige Marktführer SportPesa in Kenia weiterhin offline.

Grund für das anhaltende Aus sollen eigenen Angaben SportPesas zufolge Steuerpläne der Regierung gewesen sein, die es den Anbietern unmöglich machten, gewinnbringend zu arbeiten. So erklärte das Unternehmen in einem Statement:

Die Steuer basiert auf einem grundlegenden Missverständnis des (vom ehemaligen Finanzminister Henry) Rotich-geführten Finanzministeriums, wie die Generierung von Einnahmen in der Buchmacherbranche funktioniert. Diese Entscheidung wird sich sowohl auf die Kunden als auch auf das Finanzministerium nachteilig auswirken.

Das BCLB hingegen hatte noch im Februar auf offene Fragen im Lizenzierungsprozess verwiesen.

 

SportPesa-Rückkehr: Hoffnung für den Fußball

 

Dass der kenianische Arm SportPesas  wieder erreichbar ist, macht vielen Kenianern nun Hoffnung. Denn im Zuge der Differenzen hatte der Buchmacher auch seine Unterstützung des kenianischen Sports eingestellt. Betroffen waren unter anderem die höchste Fußballklasse Kenya Premier League (KPL) sowie die beiden Nairobi- Klubs Gor Mahia und AFC Leopards.

 

In der Konsequenz, so lokale Medien, habe der 17-malige kenianische Meister Gor seine Spieler über Monate nicht ausgezahlt, die Leopards seien von Spenden der Fans abhängig gewesen, um Partien austragen zu können.

 

Die nun erfolgte Freischaltung der kenianischen SportPesa-Webseite lässt vermuten, dass eine Einigung hinter den Kulissen in greifbare Nähe gerückt ist. Offiziell haben sich bislang jedoch weder das Unternehmen noch das BCLB zu den Vorgängen geäußert.

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