, 01.02.2020

Auch Monate nach Ablauf seiner Lizenz kann der einstige Marktführer bei Online Sportwetten, SportPesa, seine Geschäfte in Kenia nicht offiziell wiederaufnehmen. Für die Konzessionserneuerung, so das zuständige Betting Control and Licensing Board (BCLB), benötige SportPesa noch eine Unbedenklichkeitserklärung nationaler Sicherheitsagenturen. Der Buchmacher gibt sich überrascht.

 

Sicherheitsabfrage noch nicht beantwortet

 

Hauptgrund für die bislang nicht erfolgte Erneuerung der Betriebslizenz des kenianischen Branchenriesen SportPesa sollen nicht, wie bisher angenommen, ausstehende Steuernachzahlungen in Millionenhöhe, sondern eine fehlende Unbedenklichkeitserklärung durch den nationalen Sicherheitsrat Kenias sein.

 

Dies erklärte BCLB- CEO Peter Mbugi am Donnerstag lokalen Medien (Seite auf Englisch) gegenüber:

Die Freigabe durch die Sicherheitsbehörden ist der letzte Schritt. Dies ist der Fall bei SportPesa. Es ist nicht so, dass wir seine Aktivitäten stillgelegt haben, aber es wird noch auf die Unbedenklichkeitserklärung gewartet.

Eine automatische Verlängerung ausgelaufener Lizenzen sei nie angedacht gewesen. Vielmehr habe die Regierung bereits vor ihren Maßnahmen im Sommer 2019 verfügt, dass Anwärter genauestens auf mögliche kriminelle Aktivitäten durchleuchtet werden müssten.

 

Online Sportwetten in Kenia auf Eis gelegt

 

Bis Mitte 2019 war der in Nairobi ansässige Buchmacher SportPesa der größte Player auf dem kenianischen Sportwettenmarkt. Im Juli allerdings ließ die kenianische Regierung ihrer Ankündigung, die im Land grassierende Spielsucht bekämpfen zu wollen, Taten folgen:

 

Mit Hinweis auf ausstehende Steuerzahlungen verfügte das BCLB das Auslaufen der Lizenzen aller Online Buchmacherden und schnitt die Anbieter von den Zahlungsdienstleistungen des Telekommunikationsanbieters Safaricom ab. Damit legte sie das Geschäft mit den Online Sportwetten landesweit auf Eis.

Kritiker vermuten, dass der Umgang mit Buchmacher SportPesa den Interessen bestimmter Strömungen innerhalb der Regierung geschuldet sein könnte.

 

Sie verdächtigen Innenminister Fred Matiang’i, hinter den Kulissen die Strippen zu ziehen und den Sportwettenanbieter endgültig aus dem lukrativen Markt drängen zu wollen. Matiang’i soll selbst an einem aufstrebenden Mitbewerber beteiligt sein.

Nach individuellen Einigungen mit der BCLB erhielt ein Großteil der Anbieter seine Lizenzen zurück. Nicht so der ehemalige Platzhirsch SportPesa. Trotz diverser Versuche, auch juristisch gegen den Lizenzentzug vorzugehen, zog sich das Unternehmen im vergangenen Herbst vom Markt zurück.

 

Auf Anfrage gab sich SportPesa-CEO Ronald Karauri überrascht. Eine Sicherheitsabfrage sei bislang nie Teil des Lizenzierungsprozesses gewesen und er hoffe, dass diese Vorgabe auch auf seine Mitbewerber angewendet worden sei. Bis auf Weiteres könne sein Unternehmen nur auf nähere Informationen durch das BCLB warten.

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