Donnerstag, 29. September 2022

Glücksspiel-Betreiber Kindred meldet sinkende Einnahmen aus problematischem Glücksspiel

Spielkarten, Geld, Glücksspiel Die Kindred Group erklärte, Bemühungen gegen das problematische Glücksspiel zu verstärken. (Bild: Pixabay/Henryk Niestrój)

Der Glücksspiel-Betreiber Kindred Group hat den Anteil der Einnahmen durch Spieler mit problematischem Spielverhalten im ersten Quartal 2022 auf 3,3 % gesenkt. Dies meldete das international tätige Unternehmen am gestrigen Dienstag in einer Pressemitteilung [Seite auf Englisch].

Einerseits seien die Veränderungen auf saisonale Entwicklungen zurückzuführen. So verzeichne das erste Quartal in der Regel geringere Umsatzanteile aus dem problematischen Glücksspiel. Andererseits sei der Rückgang jedoch auch durch optimierte Prozesse bei Interventionen bei Kunden mit hohem Risiko gelungen.

Die Kindred Group gab bereits im Februar 2021 bekannt, die durch Problemspieler und Spielsüchtige generierten Umsätze bis zum Jahr 2023 auf null senken zu wollen. Zunächst zeichneten sich hierbei auch Erfolge ab und dem Glücksspiel-Betreiber gelang es, den Wert im ersten Quartal 2021 auf 3,9 % zu senken. Im zweiten Quartal 2021 stieg er jedoch wieder auf 4,3 % an, sank im dritten Quartal 2021 auf 3,3 %, um im vierten Quartal wieder auf 4,0 % zu steigen.

In der jüngeren Bevölkerungsgruppe der 18- bis 25-Jährigen habe Kindred ebenfalls eine „vorsichtigere“ Herangehensweise fortgesetzt. Diese Gruppe sei einem höheren Spielsuchtrisiko ausgesetzt. Deshalb habe der Fokus des Unternehmens auf einem stärkeren Rückgang der Einnahmen aus dem problematischen Glücksspiel in dieser demografischen Gruppe gelegen.

Partnerschaft mit Entwicklern der Anti-Spielsucht-App RecoverMe

Kindred meldete außerdem, künftig mit dem Team von RecoverMe zusammenzuarbeiten. Dabei sollen Kindred-Kunden in Großbritannien und den USA die Möglichkeit erhalten, die RecoverMe App zur Verhaltenssteuerung bei Spielsucht kostenlos zu nutzen.

Tejus Patel, Assistenzarzt und Mitbegründer von RecoverMe, erklärte:

„Nur acht Prozent der Menschen, die ein Problem mit dem Glücksspiel haben, nehmen Hilfe in Anspruch. Dies liegt an dem Stigma, das mit der Sucht verbunden ist, an der Unzugänglichkeit von Behandlungsmöglichkeiten und dem mangelnden Bewusstsein für sie. Die Partnerschaft von RecoverMe und Kindred ist ein wichtiger Rettungsanker, mit dem wir jenen helfen können, die es am meisten brauchen.“

Durch derartige Partnerschaften sei es RecoverMe möglich, direkt mit Menschen in Kontakt zu treten, die Unterstützung benötigen. In der Vergangenheit seien diese nur schwer zu erreichen und somit auch nur schwer zu therapieren gewesen.

Über die Arbeit mit der RecoverMe App hinaus sponsere Kindred Doktoranten, die die Spielsucht erforschen und so die Möglichkeit erhalten, sich ihrer akademischen Arbeit in Vollzeit zu widmen.

Ob die Bemühungen von Kindred langfristig Erfolg zeigen und der Anteil der Umsätze aus dem problematischen Glücksspiel tatsächlich auf null sinken wird, werden die nächsten Berichte hierzu zeigen.