, 15.03.2020

Heute sollte in den USA die traditionelle March Madness beginnen. Experten schätzen, dass das Finalturnier der College-Basketballliga NCAA, welches in diesem Jahr wegen der Corona-Krise abgesagt werden musste, bis zu 10,4 Milliarden US-Dollar in die Kassen der Buchmacher gespült hätte.

 

Obgleich die NCAA seit 1982 ein Männer- und ein Frauenturnier veranstaltet, wird ein Großteil der Wetteinnahmen nach wie vor durch die Spiele der Männermannschaften generiert. Branchenkenner gehen davon aus, dass vor allem die fehlende mediale Aufmerksamkeit dafür verantwortlich sein könnte, dass weniger Wetteinsätze auf den Frauensport getätigt werden.

 

Die Absage der NCAA-Finals kostet Buchmacher Millionen

Wie der US-amerikanische Sportnachrichtensender ESPN (Link auf Englisch) berichtet, könnte die Absage der NCAA-Finals für Sportwettenanbieter schwere wirtschaftliche Folgen haben. Schätzungen zufolge generierten die US-Buchmacher in den ersten vier Tagen der NCAA-Finals ähnlich hohe Umsätze wie beim Super Bowl. Das Sportwettenereignis des Jahres hat in diesem Jahr allein in Nevada mehr als 154 Millionen US-Dollar (ca. 138 Millionen Euro) umgesetzt.

Doch könnten die Sportwettenanbieter einen Beitrag dazu leisten, dass auch Events mit Damenmannschaften mehr Beachtung finden?

 

Muss das Wettportfolio erweitert werden?

 

Seit der Legalisierung von Sportwetten im Mai 2018 ist der Glücksspielmarkt in den USA gewachsen. Sportwetten- und Fantasy Sport-Anbieter böten aber trotzdem vergleichsweise wenige Wettangebote für Frauensportveranstaltungen, wie The National Interest berichtet.

 

Eine Erweiterung des Wettportfolios könne dazu beitragen, die Aufmerksamkeit für den Damensport in der Bevölkerung zu erhöhen.

 

In der Wechselwirkung könne der Bedarf nach Live-Übertragungen von Frauensport steigen und das Segment für Sponsoren attraktiver werden. Eine mögliche Win-Win-Situation also für Buchmacher, Werbetreibende und Sportlerinnen.

 

Sind Frauen die besseren Tipper?

 

Dass mehr Wetten auf den Frauensport auch mehr weibliche Tipperinnen anlocken könnten, erscheint auf den ersten Blick als profitable Gelegenheit für die Buchmacher.

 

Wie eine Studie des Glücksspielanbieters 888 Holdings belegt, könnte aber das genaue Gegenteil der Fall sein.

 

Im US-Bundesstaat New Jersey erzielten Frauen mit einem durchschnittlichen Return on Investment (ROI) von 20 % wesentlich höhere Gewinne beim Abschluss von Sportwetten als Männer. Mit einem Durschnitts-ROI von -4,6 % verloren diese bei den Sportwettenanbietern regelmäßig Geld.

 

Aus der Sicht der Buchmacher sind Männer daher immer noch die einträglicheren Kunden.

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