, September 11, 2019

Am Montag gab der britische Fußballverband FA (Football Association) bekannt, dass der Leeds Mittelfeldspieler Jordan Steves (19) wegen unerlaubter Sportwetten in 59 Fällen eine Geldstrafe von 1.200 GBP erhalten hat und bis zum 10. Oktober für sämtliche Clubaktivitäten gesperrt ist.

 

Da der junge Fußballer zuvor an einem FA-internen Anti-Sportwetten-Seminar teilgenommen und dennoch sogar Wetten auf den eigenen Club abgegeben hatte, wurde sein Vergehen als besonders schwerwiegend eingestuft.

 

Fünf Wetten auf den eigenen Club

In Großbritannien sind Sportwetten aus dem Profifußball nicht mehr wegzudenken. Während die britischen Sportfans bei zahlreichen lizenzierten Buchmachern legal ihre Wetten platzieren können, ist dies für die Sportler selbst jedoch strengstens verboten.

 

Dennoch kommt es gerade im Fußball immer wieder zu Verstößen gegen die strikten Anti-Sportwetten-Regeln der englischen Football Association (FA) . Der jüngste Fall betrifft den britischen Profifußballer Jordan Stevens, der seit Januar 2018 für den Zweitligisten Leeds United spielt.

Jordan Stevens wurde am 25 März 2000 im englischen Gloucester geboren und startete seine professionelle Fußballkarriere bei den Forest Green Rovers, einem Verein der englischen League Two, der vierthöchsten Spielklasse im englischen Fußballverein. Nachdem er die Ausbildung durch die Akademie des Clubs genossen hatte, spielte er jeweils ein Jahr für dessen Jugend- sowie Herren-Team. Im Jahr 2018 wechselte er schließlich zum Zweitligisten Leeds United.

Stevens habe zwischen August 2018 und Mai 2019 insgesamt 59 Online Sportwetten bei dem britischen Online Buchmacher Sky Bet platziert. Bei 23 dieser Wetten habe es sich um Spiele aus Wettbewerben gehandelt, in welche Leeds United involviert war (bspw. Championship, FA Cup).

 

Fünf Wetten seien darüber hinaus auf Spiele des eigenen Clubs platziert worden, wobei Jordan selbst in den besagten Partien nicht auf dem Platz gestanden habe. Insgesamt habe er 510,12 GPB eingesetzt. Über seine Gewinne wurde keine Auskunft gegeben.

 

Auch wenn laut der FA keine der Wetten die Spielverläufe beeinflusst habe, würden die fünf auf Leeds platzierten Wetten als besonders schwerer Regelverstoß eingestuft.

 

FA Regelwerk wissentlich missachtet

Zu seiner Verteidigung sagte der junge Fußballer, dass ihn seine Freunde stark beeinflusst hätten, ebenso wie sie selbst an Sportwetten teilzunehmen. Auch der Umstand, dass Glücksspielanbieter in Großbritannien eng mit dem Profifußball zusammenarbeiten, habe zur Fehlentscheidung Stevens‘ beigetragen.

In der aktuellen Fußballsaison 2019/20 werden 17 der 24 Championship Clubs von Glücksspielanbietern gesponsert. Einer der Sponsoren ist der im Jahr 2002 gegründete Online Casino- und Sportwettenanbieter 32Red. Das Unternehmen, welches zur maltesischen Kindred Group gehört, sponsert derzeit neben Leeds United auch die Clubs Aston Villa (seit diesem Jahr in der Premier League), Derby, Preston and Middlesbrough.

Auch der medizinische Leiter von Leeds United, Rob Price, nahm den jungen Spieler in Schutz. Dieser habe große Schwierigkeiten mit Heimweh, Langeweile und Angstzuständen gehabt. Es sei ihm außerdem schwergefallen, sich in sein Team zu integrieren.

 

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Sky Bet ist offizieller Partner der Championship (Bild: Wikimedia/Cauã Rocha (2º))

Für die zuständige Strafkommission der FA scheinen die Beschwichtigungsversuche jedoch wenig Gewicht gehabt zu haben. Während die FA sich der Allgegenwärtigkeit des Glücksspiels im Fußball bewusst sei, sei dies keine Entschuldigung, gegen die unmissverständlichen Regeln zu verstoßen.

 

Stevens habe um das Sportwettenverbot gewusst und dieses wissentlich missachtet. So habe er, ebenso wie seine Teamkollegen, am 20. September 2018 einer von der FA veranstalteten Präsentation zum Thema Wettverbot für Sportler beigewohnt.

 

Nur zwei Tage nach der Veranstaltung habe er jedoch erneut eine Wette platziert. Angesichts der klaren Beweislage leugnete auch Stevens selbst schließlich nicht, sich seines Regelverstoßes bewusst gewesen zu sein.

 

Eine unfair harte Strafe?

Stevens‘ Club Leeds United erklärte nach Verkündigung der Strafe [Seite auf Englisch], weiterhin hinter dem Youngster zu stehen. Man sehe das eindeutige Vergehen Stevens‘ durchaus ein, empfinde die Strafe jedoch als unverhältnismäßig hart.

 

Leeds United Geschäftsführer Angus Kinnear äußerte sich in einem Pressestatement wie folgt:

Während wir die Wichtigkeit der Aufgabe der FA, die Integrität des Spiels zu bewahren, vollends anerkennen, sind wir zutiefst enttäuscht über das Ausmaß der von der FA verhängten Strafe. Einen jungen Fußballer in einer derart wichtigen Ära seiner Karriere von allen Fußballaktivitäten auszuschließen, ist eine unverhältnismäßige Strafe für einen gedankenlosen Fehltritt eines jungen Spielers.

Umso größer sei die Enttäuschung des Clubs, da die Strafe von zwei ehemaligen Profifußballern verhängt worden sei, die die Auswirkungen einer derart langen Spielsperre genauestens kennen sollten.

 

Der Verein ließ verlauten, die Strafe anfechten zu wollen. Ob die FA jedoch diesbezüglich mit sich verhandeln lässt, ist überaus fraglich.

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