, 07.07.2020

Das Kunstmuseum Lentos in der oberösterreichischen Donau-Stadt Linz könnte schon bald zu einem Casino umgebaut werden. Wie die Kronen Zeitung berichtet, habe FPÖ-Vizebürgermeister Markus Hein den Vorschlag vergangene Woche in einem Interview mit der Zeitung unterbreitet.

 

Die Zukunft des Lentos steht derzeit infrage, weil der Einrichtung notwendige Spenden fehlen. Der bisherige Museumsförderer Linz AG wolle jährliche Gelder in Höhe von 3 Millionen Euro nicht länger bereitstellen. Zum Leidwesen der rechtspopulistischen FPÖ soll nun die Stadt die Beträge zuschießen.

Pro Jahr besuchen ca. 50.000 Personen das Museum der Avantgarde. Aufgrund von Jahresausgaben in Höhe von 4 Millionen Euro bezuschusse die Stadt Linz bereits jede Eintrittskarte mit 80 Euro, berichtet das Linza! Stadtmagazin.

FPÖ will Schiffstourismus stärken

 

Während die Linzer SPD den Vorschlag der Freiheitlichen als „völlig absurd“ kommentiert hat und am Ansehen der Kulturstadt festhalten will, hat sich die FPÖ am Montag erneut gegen die Förderung des 2003 eröffneten Museums ausgesprochen.

 

Wie es in einer Pressemitteilung heißt, sei ein „bedingungsloses Festhalten an brotlosem Randgruppen-Angebot (…) ein Schritt in die falsche Richtung.“

 

Mit dem Umbau des Museums zum Casino könne eine „Touristenattraktion“ geschaffen werden, so FPÖ-Mann Hein:

„Ich halte an der Idee einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Umnutzung des Lentos fest. Ein Casino-Standort würde sich an dieser attraktiven Stelle anbieten und wäre auch eine wahre Touristenattraktion direkt an der Donaulände. Dann müssten vielleicht auch in Zukunft die zahlreichen Schiffstouristen nicht länger mit Bussen an Ziele fernab von Linz gekarrt werden.“

Hein beschäftige vor allem der dauerhafte Wegfall von Fördergeldern aus der Wirtschaft. Es sei fraglich, wie die Stadt die Kosten für das Lentos stemmen könne. Das „Kulturangebot einer Millionenmetropole“ könne man sich in Linz nicht leisten, da die Stadt keine Millionenstadt sei.

 

Welcher Casino-Betreiber könnte in das Lentos einziehen?

 

Während die mögliche Transformation des Lentos in Parteikreisen bereits kontrovers diskutiert wird, gibt es in der Casino-Industrie bislang keine konkreten Interessenten für die Einrichtung.

 

Nach Informationen des News-Portals Meinbezirk.at hätten die Casinos Austria, Österreichs größter Casino-Betreiber, bislang keine Gespräche über die Übernahme des Lentos geführt.

 

Ob das Museum tatsächlich zum Casino umgebaut wird, könnte letztlich davon abhängen, ob die Stadt Linz die Kosten für die Einrichtung langfristig tragen können wird.