, 25.11.2020

Bund und Länder haben am Dienstag eine mögliche Verlängerung des Teil-Lockdowns bis kurz vor Weihnachten in Deutschland beschlossen. Die endgültige Entscheidung wolle die Regierung am heutigen Mittwoch fällen. Der Branchenverband Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) reagiert besorgt.

 

Vor dem heutigen Treffen der Kanzlerin mit den Regierungschefs der Länder hatte der Vorstandssprecher des DAW, Georg Stecker, auf mögliche Folgen einer Verlängerung des Lockdowns aufmerksam gemacht. Bei Diskussionen diesbezüglich seien Augenmaß und Differenzierung gefragt.

 

Stecker erklärt:

Das Schließen von staatlich konzessionierten Spielhallen, gastronomischen Betrieben mit Automatenaufstellung und staatlichen Spielbanken ist nicht ungefährlich und bleibt nicht ohne Folgen. Bereits die Schließungen im Frühjahr haben gezeigt, dass die Menschen in illegale Angebote ohne Jugend- und Spielerschutz ausweichen.

Diese Situation wiederhole sich nun, führt Stecker aus. Der wichtige staatliche Kanalisierungsauftrag sei massiv gefährdet. Außerdem würden illegale Angebote gestärkt. Dies könne niemand wollen.

 

Deutsche Automatenwirtschaft: Optimale Hygienestandards in konzessionierten Spielhallen

Bereits Ende Oktober habe die DAW in einem offenen Brief an Kanzlerin Merkel und die Staatskanzleien auf die optimalen Schutzmaßnahmen wie Abstandsregelungen und Hygienestandards in staatlich lizenzierten Spielstätten aufmerksam gemacht.

 

Einige Regelungen, die Bedeutung für den Infektionsschutz hätten, seien bereits seit längerem Teil der gesetzlichen Vorgaben für den Betrieb einer lizenzierten Spielhalle, erklärt Stecker:

Auf einer durchschnittlichen Fläche von ca. 150 m² dürfen nur bis zu maximal zwölf Geldspielgeräte aufgestellt werden, die Zahl der Gäste ist dadurch stark begrenzt, Menschenansammlungen ausgeschlossen.

Der Ausschank von Alkohol sei in Spielhallen sowieso verboten. Dies habe sich auch als probates Mittel im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus erwiesen. Diese Aspekte müsse die Regierung bei ihren Entscheidungen in Betracht ziehen, sagt Stecker.

 

Lockdown könnte noch länger dauern – mit schärferen Regeln

Der Lockdown in Deutschland könnte möglicherweise auch weiterhin verlängert werden. Dies gehe aus einem Corona-Positionspapier hervor, das der Redaktion des Nachrichtenmagazins Merkur vorliege.

Schleswig-Holstein geht einen eigenen Weg

 

Das nördlichste Bundesland will nach Angaben des Redaktionsnetzwerks Deutschland einen Sonderweg gehen und die Kontakte nicht weiter einschränken. Im Vergleich zu anderen Bundesländern seien die Werte bei der Sieben-Tage-Inzidenz von 47 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner niedrig.

So sollen die Corona-Maßnahmen auch über die Weihnachtszeit hinaus um jeweils zwei Wochen verlängert werden, sollte die Sieben-Tage-Inzidenz nicht mindestens auf 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sinken.

 

Schließungen im Handel solle es nicht geben, aber auch keine Lockerungen der bereits bestehenden Regelungen. Vielmehr könnten die Kontaktbeschränkungen verschärft werden.

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