Samstag, 01. Oktober 2022

Lotto Bremen nun Eigentümer der Casinos in Bremen und Bremerhaven

Lotto Bremen Logo und Schriftzug Lotto Bremen ist nun im Besitz der Spielbank Bremen und des Casino Bremerhaven (Bild: Lotto Bremen)

Die Spielbank Bremen und das Casino Bremerhaven sind nun offiziell im Besitz der Bremer Toto und Lotto GmbH (kurz: Lotto Bremen). Der Eigentümerwechsel sei zu Jahresbeginn vollzogen worden und am Mittwoch vom Bremer Senat bekannt gegeben worden, berichtete am Donnerstagabend der Weser-Kurier.

Die Zukunft der beiden Casino-Standorte sei damit gesichert. Die insgesamt 100 Mitarbeiter der Spielbanken hätten nun Gewissheit, ihre Arbeitsstellen auch weiterhin behalten zu können. An den Casinos selbst solle vorerst nichts geändert werden. Besonders im Vordergrund stehen solle weiterhin der Jugend- und Spielerschutz. Lotto-Bremen-Geschäftsführer Michael Barth betont:

Mit der Übernahme gewährleistet Lotto Bremen auch zukünftig ein sicheres und attraktives Glücksspielangebot in Bremen.“

Die Lotto-Gesellschaft habe „jahrelange Erfahrung“, um diese „wichtigen Aufgaben“ bestmöglich erfüllen zu können.

Land Bremen als Profiteur

Wie der Senat indes in seiner Mitteilung betont habe, werde zudem das Land Bremen von der Übernahme profitieren. Da Lotto Bremen zu zwei Dritteln dem Land gehöre, gingen auch die Spielbanken in die öffentliche Hand über. Damit die Übernahme rechtlich gesehen ohne Hindernisse habe erfolgen können, habe Bremen jedoch sein Spielbankengesetz modifizieren müssen.

So habe das Spielbankengesetz zuvor vorgesehen, dass die Spielbanken nur von 100 % staatlichen Institutionen betrieben werden dürfen. Nach der Änderung dürfe nun auch eine Institution die Spielbanken betreiben, die „überwiegend“ dem Land gehöre.

Das Bremer Spielbankengesetz (Original: Gesetz über die Zulassung einer öffentlichen Spielbank) ist am 20. Februar 1978 verabschiedet worden. Gemäß dem Gesetz darf in Bremen lediglich ein Spielcasino betrieben werden. Möglich sind jedoch Zweigstellen, die auf jeweils eine pro Stadtgemeinde begrenzt sind. Aktuell besagt Paragraph 3, dass der „Betrieb einer Spielbank im Internet“ verboten ist.

Mit Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 ist das Online-Glücksspiel jetzt jedoch auch in Bremen legal. Davon ausgeschlossen sind allerdings weiterhin Online-Bankhalterspiele, welche die Länder individuell legalisieren oder verbieten können. Bislang haben nur NRW und Baden-Württemberg angekündigt, diese künftig anbieten zu wollen. Die anderen Länder haben hingegen noch keine Pläne offengelegt.

Bremen zeigte sich zuletzt eher Glücksspiel-kritisch und startete im November eine Initiative gegen Sportwetten-Werbung.

Der holprige Verkauf der Westspiel-Spielbanken

Die Spielbank Bremen und das Casino Bremerhaven sind zwei der sechs Spielbanken, die bis Mitte letzten Jahres noch zur nordrhein-westfälischen Westdeutsche Spielbanken GmbH (kurz: Westspiel) gehörten.

Das Land Nordrhein-Westfalen, welches über die NRW Bank im Besitz der sechs Casinos war, hatte bereits im Mai 2018 beschlossen, die Spielbanken zu privatisieren. Grund war damals, dass die Casinos in Aachen, Bad Oeynhausen, Dortmund (Hohensyburg) und Duisburg seit Jahren rote Zahlen schrieben.

Am 20. Juli 2021 teilte die NRW Bank schließlich mit, dass der Zuschlag für die Westspiel-Spielbanken in Nordrhein-Westfalen an die im Bundesland ansässige Gauselmann Gruppe gehen solle.

Im September wurde dann bekannt, dass Lotto Bremen die zwei weiteren Standorte übernehmen würde. Mit der nun abgeschlossenen Übernahme scheint das Kapitel Westspiel nun geschlossen.