, 18.06.2020

Mediziner in Irland haben das irische Finanzministerium um Mittel aus der Lotterie gebeten, um eine Bio-Datenbank für Corona-Proben zu finanzieren. Wie die Zeitung Independent heute Morgen berichtet hat [Seite auf Englisch], wollen sie mit Hilfe der Datenbank die Prävention und die Behandlung von Covid-19-Patienten verbessern.

 

Bei der Übernahme der irischen Lotterie durch die kanadische Premier Lotteries Ireland (PLI) im Jahr 2014 hätten sich in den Kassen der Lotterie 16 Millionen Euro nicht beanspruchter Lottogewinne befunden. Nach jahrelangem Streit sei Anfang April entschieden worden, die Mittel für den Kampf gegen das Coronavirus zu nutzen.

Biobanken in Deutschland

 

In Deutschland gibt es seit 2011 die Initiative „Nationale Biomaterialbanken“, an der sich fünf universitäre Einrichtungen beteiligen.

 

Die Initiative wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 18 Millionen Euro gefördert und soll die Zusammenführung der einzelnen Biobanken in Deutschland gewährleisten.

 

Für den Austausch zwischen den verschiedenen Biobanken in Deutschland und im Ausland sorgt der sogenannte Deutsche Biobankenknoten.

Verbesserte Prävention und Behandlung

 

Professor Timothy Lynch, Vizepräsident für Gesundheitsangelegenheiten des University College Dublin und Akademischer Leiter der Ireland East Hospital Group (IEHG), hoffe nun auf einen Zuschuss für sein Vorhaben einer landesweiten Bio-Datenbank.

 

Darin sollen Blut- und Gewebeproben von Patienten gesammelt werden, mit Hilfe derer der Ursprung und die Evolution des Virus untersucht werden könnten, so Lynch:

Es würde einen persönlicheren, präziseren Ansatz bedeuten, aber dazu braucht man die Wissenschaft, die Biobank. Also setzt man diese nationale Ressource ein, um verschiedene Hypothesen zu testen und zu untersuchen, wie sich das Virus auf verschiedene Patienten auswirkt.

Idee der Bio-Datenbank bereits seit 2004

 

In Irland gebe es bisher lediglich vereinzelt Datenbanken bestimmter Einrichtungen für spezifische Krankheiten. Eine nationale Datenbank, die sich aus verschiedenen Quellen aufbaut und auf die Wissenschaftler aus ganz Irland zugreifen könnten, wäre eine große Bereicherung, so Lynch.

 

Bereits im Jahr 2004 sei die Machbarkeit einer landesweiten Bio-Datenbank untersucht und befürwortet worden. Bisher sei sie jedoch noch nicht realisiert worden. Der Kampf gegen das Coronavirus habe das Vorhaben nun neu angefacht, so Lynch.

 

Anfang Juni hatten sich die führenden Mediziner der IEHG in einem in der Irish Times abgedruckten Brief zur Notwendigkeit einer Bio-Datenbank für die Bekämpfung des Coronavirus ausgesprochen. Es bleibt nun abzuwarten, ob dem Vorhaben die notwendigen Finanzmittel zugesprochen werden.

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