Dienstag, 06. Dezember 2022

Impflotterie in Deutsch­land: Lotto24 lockt mit Millionen­gewinn

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Der Lotterie-Veranstalter Lotto24 startet am heutigen Mittwoch eine eigene Impflotterie. Um die Impfkampagne der Bundesregierung zu unterstützen, will der private Lotto-Anbieter zwei Millionen Lose der Soziallotterie freiheit+ an volljährige Personen mit Wohnsitz in Deutschland verschenken. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass die Spieler bis spätestens 30. September 2021 mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten haben.

Unter dem Motto #geimpftgewinnt gibt es für die Teilnehmer hohe Preise zu gewinnen. So liegt der Hauptgewinn bei 1 Million Euro. Nach Angaben des Veranstalters würden davon 250.000 Euro sofort ausbezahlt. Darüber hinaus erhalte der Gewinner über den Zeitraum von 15 Jahren eine monatliche Rente von 5.000 Euro.

Mit seiner Aktion hat sich der Anbieter ähnliche Impflotterien in den USA und Kanada zum Vorbild genommen, die die Bevölkerung zur Impfung bewegen sollen. Diese stießen teilweise auf große Resonanz. Allein in Ohio nahmen im Mai dieses Jahres über 2,7 Millionen Menschen an der „Vax-a-Million“-Impfkampagne teil.

Laut Lotto24 stehe ein Los pro Person zur Verfügung. Diese müsse im Falle des Gewinns eine Impfbescheinigung vorweisen können. Kampagnenverantwortliche Marianna Herno erklärte zur Intention von Lotto24:

Nachdem das Impftempo in Deutschland abgenommen hat, haben wir uns gefragt, was wir tun können, um zur Impfung zu motivieren. (…) Mit unserer Aktion wollen wir einen weiteren Anreiz zur Impfung schaffen. Wir freuen uns, wenn wir hiermit einen kleinen Beitrag zur Sichtbarkeit der Impfkampagne der Bundesregierung leisten können.

Laut Umfragen sei ein Drittel der bisher Ungeimpften unentschlossen. Durch die Impf-Unterstützung solle erreicht werden, was alle in Deutschland wollten: „Einen Winter ohne Einschränkungen und einen sicheren Alltag mit Freunden und Familie.“

Von der Aktion profitierten zudem nicht nur die Geimpften. Durch die Soziallotterie würden gemeinnützige Projekte wie die SOS Kinderdörfer, die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung und der Stifterverband unterstützt. Diese erhielten je Los 50 Cent, was einem Gesamtbetrag von 1 Million Euro entspreche.

Kritik von Suchtexperten

Die nun gestartete Impfunterstützung trifft nicht überall auf Gegenliebe. Suchtexperten weisen auf mögliche Gefahrenquellen hin. So erklärte die Suchtexpertin der Landesfachstelle Glücksspielsucht NRW Verena Küpperbusch gegenüber der Funke-Mediengruppe:

Ich finde es fragwürdig, wenn ein Angebot mit einem gewissen Suchtpotenzial mit der Impfung verbunden wird.

Ähnlich sieht dies Daniela Ludwig, Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Sie setze statt der Schaffung finanzieller Anreize lieber auf Überzeugungsarbeit.

Der Bremer Suchtforscher Tobias Hayer betonte gegenüber den Funke-Zeitungen, dass er das Suchtrisiko einer Impflotterie als gering erachte. Allerdings sehe er bei gefährdeten Spielern durchaus ein gewisses Gefährdungspotenzial.