, 31.05.2021

Die maltesische Glücksspielaufsicht Malta Gaming Authority (MGA) hat am Freitag angekündigt, die Mindestauszahlungsquote für Online-Casino-Spiele von 92 % auf 85 % herabzusetzen. Damit solle die Ausschüttungsquote im Online-Glücksspielsektor auf das Niveau von landbasierten Casinos in Malta angepasst werden, teilte die Behörde mit.

Die Auszahlungsquote (Englisch „Return-to-Player“ oder RTP) gibt an, wieviel Prozent eines Spieleinsatzes ein Spieler durchschnittlich als Gewinn zurückerhält. Beträgt diese an einem virtuellen Spielautomaten beispielsweise 80 %, so werden von jedem gesetzten Euro durchschnittlich 80 Cent an den Spieler ausgeschüttet. Ein Gewinn in dieser Höhe ist dadurch aber nicht garantiert. Laut der UK Gambling Commission wird der Durchschnitt einer Auszahlungsquote über 10.000 oder sogar 100.000 Einsätze gemessen.

Der neue Richtwert sei Resultat einer Umfrage, die die MGA [Link auf Englisch] unter Mitwirkung mehrere Glücksspielanbieter mit maltesischer Lizenz und anderer Branchenvertreter durchgeführt habe.

 

Namentlich genannt wurden die Anbieter allerdings nicht. Mehrere der Befragten hätten angegeben, eine Senkung der Auszahlungsquote zu befürworten, um weiterhin profitabel operieren zu können.

 

Von der MGA heißt es dazu:

„Die vorgeschlagene Änderung der Mindestauszahlungsquote wird den Betreibern Flexibilität bieten und ihnen ermöglichen, verschiedene Ausschüttungsquoten, unter anderem basierend auf Marktbedingungen und Wettbewerbsniveaus, anzuwenden.“

Eine Anpassung der Mindestauszahlungsquote sei unter anderem wegen steigender Steuern und Compliance-Kosten in anderen nationalen Märkten notwendig.

 

In Deutschland beispielsweise wird parallel zur bevorstehenden Öffnung des legalen Online-Glücksspielmarktes eine Steuer von 5,3 % auf Spieleinsätze an virtuellen Spielautomaten und beim Online-Poker diskutiert. Branchenverbände wie der Deutsche Sportwettenverband hatten die Steuer als zu hoch kritisiert.

 

Was bedeutet die niedrigere Auszahlungsquote für deutsche Spieler?

 

Deutsche Spieler, die in einem Online-Casino mit maltesischer Lizenz spielen, müssen damit rechnen, dass einige Online-Glücksspiele bald eine geringere Auszahlungsquote haben werden.

 

Sorge, dass die Ausschüttungsquote bei allen Spielen auf 85 % sinken könnte, müssten Kunden allerdings nicht haben.

 

Mehrere Online-Glücksspielanbieter hätten in der Umfrage angegeben, dass eine zu niedrige Auszahlungsquote nicht im Interesse von Betreibern und Spielern sei. Befürchtet werde vor allem, dass Spieler zu unregulierten Anbietern mit höherer Auszahlungsquote abwandern könnten.

 

Bis wann die neue Auszahlungsquote von den Anbietern umgesetzt wird, ist unklar. Im Rahmen der Befragung hätten mehrere Unternehmen angegeben, dass die Anpassung mehrere Wochen dauern könnte.